Hochsensibilität & Nebennierenschwäche

Wenn du dich ständig erschöpft fühlst, ...

Foto einer am Schreibtisch schlafenden Frau

... dann könnte eine Nebennierenschwäche Grund dafür sein. Anthony William schreibt in einem seiner Bücher, dass 80 % aller Menschen dann und wann in ihrem Leben eine Nebennierenschwäche erleben. Die Ursache dafür ist lang anhaltender Stress unterschiedlichster Art.

 

Warum hochsensible und feinfühlige Menschen besonders von Nebennierenschwäche betroffen sein können und was du für deine Gesundheit tun kannst, das liest du hier.

 

Warum Hochsensible von Nebennierenschwäche besonders betroffen sein können

Stress ist gerade für viele hochsensible und feinfühlige Menschen alltäglicher Begleiter. Denn zusätzlich zu all den Aufgaben und Herausforderungen des meist schnelllebigen Alltags wollen auch die vielen und intensiven Sinneseindrücke, die Hochsensible aufnehmen, gemeistert werden. Ein Balanceakt, der nicht immer gelingt.

 

Wenn viele unterschiedliche Aufgaben gehandelt werden müssen, kommen Hochsensible kaum mehr zu der Ruhe, die sie eigentlich bräuchten, um all das Erlebte in der für sie stimmigen Tiefe zu verarbeiten. Wenn ständig neue Entscheidungen zu treffen sind oder es laufend etwas zu organisieren gibt, dann finden hochsensible und feinfühlige Menschen nicht mehr in dem Maße zu sich, wie es ihnen gerecht werden würde. Hinzu kommen noch unsere Neigung zum Perfektionismus und ein großes Harmoniebedürfnis, die es uns mitunter schwer machen, abzuschalten und auch einmal fünfe gerade sein zu lassen.

 

Länger anhaltender Stress, zu wenige Phasen der Regeneration und Ruhe, ein Leben entgegen unseres ureigenen Rhyhtmus' oder an unseren Talenten "vorbei", führen (nicht nur) bei uns Hochsensible oft zu einer Nebennierenschwäche.

 

Besonders betroffen sind meiner Erfahrung nach die sogenannten Sandwichfrauen und -männer, die sowohl die Kinder als auch die Eltern zu betreuen sowie für den Lebensunterhalt ihrer Familie zu sorgen haben. Außerdem alleinerziehende Mütter und Väter und (hochsensible) Menschen, die im Niedriglohnsektor arbeiten und deshalb ständigen existenziellen Sorgen ausgesetzt sind bzw. deutlich mehr arbeiten müssen, um ihren Lebensunterhalt zu bestreiten, als ihnen gut tut. Aber auch traumatisierte Menschen oder Menschen, die entgegen ihres Biorhyhtmus', ihrer Talente oder Werte leben und arbeiten (müssen) zählen vermehrt zu den von Nebennierenschwäche Betroffenen.

 

Aber die gute Nachricht ist:

Eine Nebennierenschwäche ist diagnostizierbar (durch eine ausführliche Anamnese der Lebensumstände, Stressoren und Befindlichkeiten, ggf. durch Cortisoltests) und heilbar noch dazu. Außerdem ist sie wunderbare Einladung, unser Leben umzukrempeln und es so umzugestalten, wie es uns gut tut. :-)

 

Was sind Nebennieren?

Die Nebennieren sind kleine Drüsen mit großen Aufgaben, die auf den Nieren aufsitzen. Daher ihr Name, sie haben also funktionell nicht direkt etwas mit den Nieren zu tun. Sie produzieren die Stresshormone Adrenalin und Cortisol aber auch andere Hormone, die wiederum die Ausschüttung von Östrogen und Testosteron steuern. 

 

Besonders faszinierend finde ich die Aussage von Anthony William (aus seinem Buch "Mediale Medizin" * Affiliatelink), dass diese nur 4 x 3 x 2 cm großen Drüsen 36 verschiedene Arten von Adrenalin für alltägliche Aufgaben (Laufen, Gehen, sich Ängstigen, sich Beeilen, Sporteln, Träumen, Stuhlgang u.v.m.) produzieren sowie 20 weitere für außergewöhnlichere Situationen wie Trauern, Gebären, "Kampf" u.ä.). Demnach stellen diese Wunderdrüsen insgesamt 56 verschiedene Arten oder individuelle Mischungen des Hormons Adrenalin her. Genial, oder?

 

Unter diesen Umständen ist nachvollziehbar, dass ein stressiges Leben, das eine Dauerausschüttung von verschiedensten Stresshormonen bedeutet, zu einer Schwächung dieser Drüsen führt.

 

Welche Lebensumstände schwächen die Nebennieren?

Die Nebennieren kreieren rund um die Uhr verschiedenste Hormone, damit unser Körper seine alltäglichen und außergewöhnlichen Herausforderungen meistern kann.

 

Kommt andauernde Anstrengung oder Stress hinzu, sind diese Drüsen irgendwann erschöpft. Stress kann sich auf verschiedenen Ebenen zeigen, z.B. als

 

Sensorischer Stress mit

 

Psychischer Stress wegen

  • ständiger Erreichbarkeit / Zeitdrucks,
  • hoher Ansprüche an uns selbst / Perfektionismus',
  • Ängsten aller Art (Versagensängsten, Existenzängsten, der Angst vor dem Verletztwerden oder dem Alleinsein, ...)
  • Leistungsdrucks,
  • Fremdbestimmung in Familie und / oder Beruf,
  • eines nicht erfüllenden Jobs oder Lebens, das den eigenen Werten und Talenten widerspricht,
  • zu wenig Zeit und Raum für die eigenen Bedürfnisse, für Hobbys oder Rückzug,
  • unverarbeitete Traumata (auch kollektive oder familiäre Traumata), Verluste, Trennungen oder Krankheiten,
  • fehlender Kraft für Abgrenzung und Nein-Sagen, u.ä.

 

Körperlicher Stress durch

  • falsche oder einseitige Ernährung,
  • zu hastiges Essen,
  • körperlich herausfordernde Arbeit,
  • Leistungssport,
  • Schlafstörungen,
  • starke Sonneneinstrahlung,
  • Strahlenbelastung und Elektrosmog,
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Allergien und Autoimmunerkrankungen,
  • chronische Schmerzen,
  • langanhaltende Entgiftungskuren oder aufwühlende Therapien,
  • Vergiftungen durch Schwermetalle und / oder Ackergifte, Duftstoffe, Möbelausdünstungen, Schimmel u.v.m.,
  • Belastungen durch dauerhaft im Körper aktiver Viren wie dem Ebstein-Barr-Virus (Pfeiffrisches Drüsenfieber), Herpes, u.ä.
  • Operationen, Dauermedikation, Bestrahlung etc.

 

Wie zeigt sich eine Nebennierenschwäche?

Die Auswirkungen sind geprägt von

  • einem starken Empfinden von Müdigkeit und Erschöpfung auch nach dem Nachtschlaf,
  • Gereiztheit,
  • Verdauungsproblemen, Reizmagen- oder Reizdarmbeschwerden,
  • einer verstärkten Ängstlichkeit,
  • einem Mangel an Kreativität und Lebensfreude,
  • Konzentrationsschwierigkeiten,
  • verschwommenem Sehen,
  • Depressionen,
  • einem Verlangen nach Salzigem,
  • Muskelschwäche,
  • Schwindel- und Blutdruckabfall nach dem raschen Aufstehen aus einer liegenden Position,
  • schwacher Libido,
  • u.ä.

Um dennoch zu funktionieren und alle Aufgaben des Alltags oder emotionale Herausforderungen meistern zu können, greifen viele Menschen mit Nebennierenschwäche zu Stimulanzien wie Kaffee, Süßigkeiten oder Zigaretten, was die Nebennieren und andere innere Organe nur umso mehr schwächt.

 

Denn arbeiten die Nebennieren nicht ausreichend, springen andere Organe wie die Bauchspeicheldrüse, das Herz oder die Leber ein und können bei weiterhin andauerndem Stress ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen werden.

 

Wie zeigt sich die Nebennierenschwäche bei Hochsensiblen?

Von Nebennierenschwäche betroffene hochsensible Menschen fühlen sich nicht nur sehr erschöpft und müde. Ihr Talent der Feinfühligkeit kann sich durch eine Schwächung der Nebennieren auch zu einer Dauerüberreiztheit und Überempfindlichkeit wandeln.

 

Kleinste Reize bringen sie aus dem Gleichgewicht und an den Rand des Machbaren. Die Welt scheint sich gegen sie verschworen zu haben. Sie fühlen sich noch mehr fehl am Platz, nicht für diese Welt gemacht, nicht alltagstauglich oder zu wenig leistungsfähig als ohnehin schon (siehe "Die häufigsten Glaubenssätze Hochsensibler") und würden den Tag oder am besten gleich die nächsten Wochen am liebsten unter der Bettdecke verbringen. 

 

Zeit, sich liebevoll mit dem eigenen Körper zu befassen, etwas über den Zauber der Nebennieren und Heilsames für sie zu informieren. :-)

 

Was du für deine Nebennieren tun kannst

Entschleunigung

 

Schau, dass du dein Leben entschleunigst, Tempo rausnimmst, Schritt für Schritt mehr deinem eigenen Rhythmus folgst.

  • Delegiere Aufgaben an andere.
  • Gehe und iss achtsam und langsam (30 x kauen! :-) Du wirst begeistert sein, wie das dein Ess-Erleben verändert.).
  • Lege alle 60 Minuten konsequent eine kleine Pause ein, in der du dich bewegst oder dich ausstreckst, nichts tust, meditierst. (Suche dir z.B. eine meiner inzwischen 76 kostenfreien HerzBusinessMeditationen aus.)
  • Verplane nach und nach immer weniger deiner Zeit.
    (Ich bin bei unter 50 % verplanter Zeit angelangt und finde es herrlich! Allerdings habe ich dafür Jahre gebraucht. ;-))
  • Gönne dir sehr viel mehr Ruhe und Rückzug als du für "notwendig" hältst.

 

Entspannung

  • Treibe sanften (Ausdauer-)Sport, der dir hilft, Adrenalin abzubauen und dich zu entspannen.
  • Gönne dir regelmäßige Massagen, Shiatsubehandlungen oder Osteopathiesitzungen, u.ä.
  • Genieße Saunagänge oder ein heißes Bad mit entspannenden ätherischen Ölen wie z.B. Lavendel.
  • Entgifte deinen Körper, Tipps aus meinem Spiritual Life Blog (sofern du dich kraftvoll genug dazu fühlst! Sonst gilt: Erst aufbauen und stärken, dann entgiften.)
  • Meditiere oder mache achtsame Spaziergänge in der Natur. Denn sie weiß, wie sie uns "runterbringt".
  • Gehe deinen Lieblingstätigkeiten und Hobbys nach und gib ihnen immer mehr Raum in deinem Leben.
  • Finde eine positive innere Haltung zu den Herausforderungen, die du zu meistern hast, auch das nimmt dir Stress.
    (Siehe mein Artikel aus dem Spiritual Life Blog "Wie dir Intentionen helfen, glücklich zu sein")
  • Finde inneren Frieden und heile deine (inneren) Konflikte, denn auch emotionaler Stress ist ungemein schlauchend für die Nebennieren. (Siehe mein Artikel aus dem Spiritual Life Blog "Befreie dein Potenzial, indem du vergibst".)
  • Prüfe, wer und was dir gut tut und konzentriere dich auf Freunde und Medien, die dich nähren.
  • Folge der Freude und deinem Herzen.

 

Ernährung

 

Hier scheiden sich die Geister. Folge deinem Bauchgefühl und probiere ggf. mithilfe deiner ÄrztIn oder HeilpraktikerIn aus, was dir gut tut. Viele Ärzte und Heilpraktiker empfehlen wenige (z.B. drei größere) Mahlzeiten mit mehr tierischem Eiweiß am Tag.

 

Anthony William empfiehlt alle eineinhalb bis zwei Stunden kleine Mahlzeiten, die sowohl Kalium, Natrium als auch natürlichen Zucker enthalten und möglichst frei von tierischen Eiweißen und Fetten sind. Seine Superfood-Empfehlungen bei Nebennierenschwäche sind: Sprossen, Spargel, wilde Blaubeeren, Bananen, Knoblauch, Brokkoli, Grünkohl, Himbeeren, Brombeeren, Römersalat und rote Äpfel. Davon empfiehlt er einfach mehr in den täglichen Speiseplan zu integrieren. (Siehe auch sein Buch Medical Food* Affiliatelink.)

 

Zu meiden sind anregende bzw. aufputschende Süßgetränke, Kaffee, Zigaretten oder Medikamente sowie Alkohol, Weißmehlprodukte und Frittiertes.

 

 

Nahrungsergänzungsmittel

 

Nahrungsergänzungsmittel waren mir persönlich schon sehr, sehr dienlich. Dennoch, das versteht sich wohl von selbst :-), sollten sie nicht einfach nur konsumiert werden, sondern immer gemeinsam mit einer Veränderung der Lebensumstände, der verbesserten Ernährung, der Entschleunigung und Entspannung einhergehen. Hilfreich können folgende Mittel sein (bitte kläre das mit einer ÄrztIn oder HeilpraktikerIn deines Vertrauens ab!):

  • Ashwaganda (Schlafbeere)
  • Ginseng
  • Vitamin C
  • Magnesium
  • Süßholzwurzel
  • Spirulina
  • Gerstengrassaftextrakt
  • Vitamin B12
  • ...

Wenn du meinen Blog schon länger verfolgst, dann weißt du, dass ich hier meine Erfahrungen und Ergebnisse sehr persönlicher Recherchen veröffentliche. Da ich keine Ärztin oder Heilpraktikerin bin, prüfe bitte gut, ob dir die oben genannten Empfehlungen dienlich sind und ziehe eine fachkundige BegleiterIn deiner Wahl hinzu. :-)

 

Lass es dir gut gehen und lebe deine zarte Stärke! Denn du bist wertvoll und wirst in all deiner Kraft und Einzigartigkeit gebraucht!

 

Alles Liebe,

deine Inga

 

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