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Wie Hochsensible ihre hohen Ansprüche meistern

Und warum Ansprüche auch wundervolle Motivation sind

Foto einer Frau, die sich die Hände an die Schläfen hält

 

Die letzten Wochen waren für mich wieder einmal sehr aufschlussreich. Ich steckte in zwei Umzügen, wollte meinen ersten Krautgarten bepflanzen und am liebsten noch mein Buchprojekt abschließen. Der geneigte Leser ahnt, dass mir nicht alles zeitgleich gelungen ist.

 

Was ich in dieser Zeit in Bezug auf meine Ansprüche an mich selbst und andere gelernt habe, möchte ich mit dir teilen. 

 

Denn im Austausch mit anderen Hochsensiblen stelle ich immer wieder fest: Wir arbeiten uns ganz schön an unseren Ansprüchen ab. ;-) Du auch?

 

Was sind deine Ansprüche?

Bist du wie so viele Hochsensible auch so genau? Bist du gern pünktlich, verlässlich, einfühlsam, harmoniebestrebt bis zur Selbstaufgabe? Willst du alles gern möglichst perfekt haben und könntest dich, deine Kollegen, deinen Partner und die Welt ständig verbessern? Muss alles seinen Platz haben? 

 

Aus unseren Ansprüchen gestalten sich unsere Verhaltensweisen und Überzeugungen, mit denen wir unser Leben zu meistern versuchen und durch deren Brille wir auf unseren Alltag und unsere Beziehungen blicken. Diese können natürlich zuträglich sein oder auch nicht. Sie können uns motivieren und erfüllen, sie können uns aber auch unzufrieden und krank machen.

 

Beantworte ich mir die unten stehenden drei Fragen ehrlich, finde ich aus der ein oder anderen selbst gebastelten Falle zu hoher und / oder sich widersprechender Ansprüche schnell wieder heraus.  

 

1 Welchem Anspruch / welchen Ansprüchen folge ich gerade?

2 Möchte ich diesem Anspruch / diesen Ansprüchen auch weiterhin genügen?
Wenn ja, dann finde ich einen guten, befreiten und freudigen Umgang mit diesem Anspruch.
Wenn nein, dann lege ich ihn ab und ersetze ihn durch ein zuträgliches Verhaltensmuster. (Wie das geht, habe ich dir in meinem E-Book "Lebe frei!", das du in meinem SpiritualLifeBlog findest, kurz und bündig zusammengestellt.)


3 Wer stellt ähnliche Ansprüche an das Leben und Arbeiten wie ich?
Mit wem kann ich aufgrund dieser Ähnlichkeit vertrauensvoll Freundschaft schließen, eine Partnerschaft leben, ein Projekt initiieren und / oder fruchtbar zusammenarbeiten?

 

 

Was ich über meine Ansprüche gelernt habe

Der Alltag bietet mir stets eine reiche Fülle an Lernaufgaben, Einladungen zu Selbsterkenntnis und Selbstbefreiung. Und so ist meine Zeit des Umzugs eben auch nicht nur eine Zeit des Ausmistens meines weltlichem Besitzes, sondern auch eine Zeit des emotionalen Ausmistens geworden. Herrlich befreiend - wenn die Erkenntnisse erst einmal gewonnen und die Aufgaben gemeistert sind. ;-)

 

So habe ich gelernt, dass

 

1 einige Ansprüche, die ich pflege, gar nicht die meinen oder nicht mehr aktuell sind und ich sie getrost ablegen kann,

2 mir einige Ansprüche wundervolle Motivation sind und ich sie deshalb gerne beibehalte und konstruktiv nutze,

3 längst nicht alle Ansprüche schlecht oder überzogen, unnütz oder hinderlich sind, aber der Umgang mit ihnen sanft und voller Selbstliebe geschehen darf.

 

 

Welchen Ansprüchen ich folge, habe ich dir unten notiert. Vielleicht erkennst du dich in meinen Zeilen wieder und kannst leichter für dich herausfinden, welchen Ansprüchen du selbst folgst und welchen du künftig weiterhin folgen möchtest und welchen nicht.

 

Ich habe gelernt, dass

  • ich die Dinge lieber selbst erledige als sie zu delegieren, damit Qualität und Nachhaltigkeit so ausfallen, wie ich es mir vorstelle. Lernen durfte ich, dass es Menschen mit ähnlichen Ansprüchen gibt, an die ich guten Gewissens und voller Freude delegieren kann. Lernen durfte ich auch, dass ich mich an meiner eigenen, so herrlich genauen Arbeit erfreuen kann - immerhin gibt es eine Person, die die Dinge so erledigt, wie ich mir das wünsche, mich! ;-) Humor schadet mir übrigens auch nicht.

  • ich immer mehr Zeit für die Erledigung von Aufgaben benötige als ursprünglich gedacht, weil Unerwartetes auftritt und weil ich die Dinge gern gleich richtig und gut durchdacht erledige. Ich darf also noch großzügigere Puffer einplanen.

  • ich mich aufreibe, wenn ich mehreren sich widersprechenden Ansprüche gerecht werden will. Dann gilt es, mich für den wichtigsten meiner Ansprüche zu entscheiden und andere loszulassen.

  • der Anspruch, alles schnell erledigen zu müssen und zu wollen gar nicht der meine ist. Vielmehr habe ich ihn von Familie und Gesellschaft übernommen und nun losgelassen.

  • eben nicht alles harmonisch laufen muss. Dass ein klares Nein konstruktiv, produktiv und durchaus liebevoll sein kann.

  • dass Absprachen nicht auf Biegen und Brechen eingehalten werden müssen, wenn sich die Rahmenbedingungen ändern. Dass ich nachbessern darf und sollte, wenn ich mit dem Ergebnis zufrieden sein möchte. 

 

Während ich das so schreibe, stelle ich fest, wie reich diese anstrengende Zeit war und ist. Wie viele Schätze der Alltag birgt, wie befreit ich mich bereits fühle und wie verliebt ich in manche meiner Ansprüche bin. So zum Beispiel in den Anspruch, alles nachhaltig und möglichst naturverträglich zu gestalten. Daran gibt es nichts zu rütteln. Denn das ist nicht nur mein Anspruch, das ist auch Teil meiner gefühlten Berufung. Herrlich! Ich bleibe mir treu! Anderes habe ich loslassen können und das fühlt sich grandios an. Noch ein Stück mehr ich selbst sein. Wundervoll!

 

Ich bin sehr gespannt zu lesen, welchen Ansprüchen du so folgst. Welche du liebst und welche du gern loslässt. Und wie es dir gelingt, entspannt und glücklich mit ihnen zu leben. Ich freue mich auf deine Kommentare.

 

Lebe deine zarte Stärke, die auch in deinen Ansprüchen liegen kann!

 

Alles Liebe, deine Inga

 

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