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Abgrenzung Teil 2 - Die eigenen Grenzen kennen

Wie du bei dir bleibst und dir deine Kräfte liebevoll einteilst

Foto einer Frau, die die Hand abwehrend vor sich hält

Kennst du deine Grenzen? Und woran erkennst du, dass sie erreicht sind?

 

Ich finde es gar nicht so einfach, diese Fragen für mich zu beantworten. Denn ich fühlte mich sehr lange eher darin trainiert, meine Grenzen zu übergehen, um zu funktionieren als sie zu achten und gut für mich zu sorgen.

 

In diesem Artikel (der dir auch einen kleinen Einblick in meinen E-Kurs zur Abgrenzung für Hochsensible schenkt) möchte ich dich einladen, über deine Grenzen zu sinnieren und hoffe ein wenig Licht ins Dunkel dieses Themas zu bringen.

 

Liebevolle Selbstfürsorge statt Abgrenzung

Im Juli hatte ich einen Artikel darüber geschrieben, dass sich meiner Erfahrung nach viele Hochsensible mit der Abgrenzung schwer tun, weil sie glauben, sie müssten dazu in eine Art Kampf- oder Verteidigungsmodus gehen. Viel lieber ist es ihnen, wenn Abgrenzung liebevoll geschieht.

 

Außerdem durfte ich im Austausch mit anderen Hochsensiblen und in meiner Selbsterforschung feststellen, dass Hochsensible und Feinfühlige eigentlich immer stimmige Lösungen für alle anstreben und sich schon deshalb mit einem klaren Nein schwer tun können. Denn manchmal gibt es ja auch noch ein "ja, unter der Bedingung dass". ;-)

 

Abgrenzung für hochsensible und feinfühlige Menschen scheint also viel besser aus dem Mitgefühl für uns selbst und andere, aus dem Herzen und der Liebe heraus möglich zu sein. Doch habe ich an mir selbst beobachtet, dass das Mitgefühl für mich selbst, das Erkennen meiner eigenen Grenzen eine echte Herausforderung war und immer noch ist.

 

Ich war von Kindesbeinen an viel geübter darin, meine Grenzen zu übergehen, um in Schule, Familie oder Beruf zu "funktionieren" oder Frieden und Harmonie zu stiften. Dabei habe ich mich selbst oft übergangen. Erst die Erschöpfung nach längerer Überschreitung meiner eigenen Grenzen machte mir klar, dass ich mir zuviel zugemutet hatte.

 

Wenn es dir ähnlich geht, dann können dir folgende Fragen sehr dienlich sein, um dich wieder in Kontakt mit deinen Kräften, Grenzen und Bedürfnissen zu führen.

 

Hilfreiche Fragen

Wenn das Thema Grenzsetzung und liebevolle Selbstbehauptung wichtig für dich ist, dann bist du herzlich eingeladen, dir ein paar Minuten ungestörter Zeit zu nehmen und dich mit diesen Fragen zu beschäftigen: 

 

  • Als wie kraftvoll / energetisch empfindest du dich auf einer Skala von 1 bis 10, wobei 1 der niedrigste Wert ist?
  • Woran erkennst du, dass dir deine Kräfte ausgehen?
  • Woran erkennst du, wenn du in deiner vollen Kraft bist?
  • Was nährt deine Kraft?
  • Woran erkennst du, dass du deine Grenzen überschritten hast / über deine Kräfte gegangen bist?
  • Wie könntest du deine Grenzen bereits vor Erreichen erkennen?

 

Die Antworten auswerten - Umsetzung starten

Hast du Antworten auf die obigen Fragen gefunden? Ich finde, die haben es echt in sich. Vielleicht brauchst du wie ich mehrere Anläufe, um sie zu deiner Zufriedenheit zu beantworten.

 

Ja, und dann hast du deine Antworten. Aber was dann? Dann gilt es natürlich, etwas daraus zu machen. Dich selbst in deinem Alltag zu beobachten, wie du vielleicht (d)ein Kind beobachten würdest, während es etwas Kniffliges lernt - immer bereit, ihm helfend zur Seite zu springen. 

 

Und dann übst du! Du übst wie ein kleines Kind neue Verhaltensweisen ein. Immer dann, wenn du feststellst, dass du über deine Kräfte zu gehen drohst, hältst du inne und schaust, was du tun kannst, um in deiner Kraft zu bleiben. Gilt es dich anderen zu erklären, dich zurückzuziehen, Aufgaben zu delegieren, etwas zu tun, was dir gut tut...? Dann tue genau das!

 

Diese Phase des Umlernens ist durchaus langwierig und ein wenig kräftezehrend. Deshalb brauchst du jetzt jede Menge Selbstliebe und auch liebevolle Disziplin. Aber du darfst alles spielerisch und mit Leichtigkeit nehmen. Verzeihe dir und anderen großzügig, wenn du noch nicht das Ergebnis vorfindest, das du dir wünschst. Alles hat seine Zeit! Schau, wie lange du gebraucht hast, laufen zu lernen. Und du hast es geschafft! Also wirst du es auch schaffen, dein Verhalten dir selbst und anderen gegenüber neu zu gestalten - in deinem Tempo, liebevoll und achtsam mit dir selbst!

 

Intention für den Tag setzen

In der Phase des Erlernens neuer, dir zuträglicher Verhaltensweisen, kann es seeeehhhr hilfreich sein, einen täglichen Anker zu haben. 

 

Ich persönlich liebe es sehr, noch morgens im Bett jedem Tag (m)eine innere Ausrichtung zu geben und mit positiven Gedanken und Gefühlen in den Tag zu starten. Dabei helfen mir Intentionen, also bewusst gesetzte, positiv formulierte Absichten.

 

Für deine liebevolle Selbstfürsorge und Selbstbehauptung könnte eine Intention so aussehen:

 

"Heute setze ich die Intention, dass alle Erkenntnisse, Informationen und Energien zu mir finden, die es mir leicht machen, mir meine Kräfte in liebevoller Selbstfürsorge gut einzuteilen. Ich achte die Zeichen meines Körpers, meines Geistes und meiner Seele, die mich auf meine Grenzen aufmerksam machen und folge ihrem Rat - zu meinem höchsten göttlichen Wohle und dem höchsten göttlichen Wohle aller Beteiligten. Dabei würdige ich auch die kleinsten Fortschritte und erfreue mich an meinem spielerischen Lernen."

 

Sprich diese Intention oder eine ähnliche für dich stimmig und positiv formulierte Intention einfach morgens, mittags und abends in Gedanken oder aber laut für dich. Und schau, wie sich dein Tag gestaltet. Die Energie folgt der Aufmerksamkeit. Und deshalb haben bewusst gesetzte und wirklich gemeinte! Intentionen große Gestaltungsmacht in unserem Leben.

 

Probier's aus!

 

 

Liebevolle Selbststärkung - kostenfreie Meditation zur Abgrenzung

Kürzlich habe ich auch eine #HerzBusinessMeditation zum Thema aufgezeichnet. Du kannst sie dir kostenfrei in meinem Youtubekanal anschauen.

 

Wenn sie dir gefällt und dich nährt, dann freue ich mich über deinen "Daumen hoch" und deine Weiterempfehlung. :-)

 

Mögen dich die Fragen und die Intention dieses Artikels oder auch die Meditation darin unterstützen, noch kraftvoller durch dein Leben zu gehen, voller Lebensfreude und Mitgefühl in deine Abenteuer einzutauchen. In dem Vertrauen darauf, dass du deine Grenzen erkennst, deine Kräfte einteilst und ganz bei dir sein kannst!

 

Lebe deine zarte Stärke!

Deine Inga

 

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