Was ist gesunder Selbstschutz für Hochsensible?

Wann Selbstschutz kontraproduktiv wird

Foto von einem Sonnenschirm

Ja, ich weiß. Vor einiger Zeit habe ich einen Artikel über Selbstschutz für Hochsensible geschrieben. Und ich bin nach wie vor davon überzeugt, dass spürige Menschen einen gewissen Selbstschutz pflegen sollten, damit sie in ihrer vollen Kraft erblühen können.

 

Allerdings möchte ich dem Kind einen neuen Namen geben. Ich möchte mehr zur liebevollen Selbstpflege und zur Sammlung und Zentrierung anregen.

 

Denn Selbstschutz impliziert, dass wir uns schützen müssen. Dass außerhalb von uns Gefahr droht. Die Grundhaltung des Selbstschutzes ist trennend, bewertend. Sie kann uns in einer Opferhaltung und in Einsamkeit gefangen halten. Hier bin ich, ein zartes Wesen, und um mich herum sind lauter potenzielle Grenzverletzer, emotionale Grobmotoriker, Lärm, Stimmungen, Strahlungen, ...

 

Spürst du, was ich meine? Die Grundhaltung, sich selbst schützen zu müssen, schafft Gefühle des Getrenntseins, einer gewissen Ohnmacht, mitunter sogar eines Opferdaseins. Sie macht uns klein und zehrt. Und sie macht uns hart. Denn wir müssen viel Energie aufbringen, um unsere Grenzen zu wahren und unseren Schutzmantel zu erhalten. Und damit unterbindet diese Haltung die Empfänglichkeit, die Offenheit für die Geschenke des Lebens. Mich hat diese Energie tatsächlich klein gemacht und verhärtet. Meine Muskeln verspannten sich mehr und mehr, ich wurde müde und müder, war erschöpft und es folgte beruflicher Stillstand.

 

Natürlich war es für mich kurz nach der Entdeckung meiner Hochsensibilität und meiner Hellfühligkeit besonders wichtig, mich in meinen Kokon einzuschließen, mich abzugrenzen, meine neu entdeckten Talente zu verstehen und im Vergleich mit anderen zu erfahren. Und es war durchaus sinnvoll, mit verschiedenen Formen des Selbstschutzes und der Selbstreinigung zu experimentieren. Zu erspüren, was sich gut und stimmig für mich anfühlt. 

 

Und doch konnte ich bald spüren, dass Selbstschutz in der oben beschriebenen ängstlichen Grundhaltung eben nicht stimmig und förderlich für mich ist. Dass ich mich in eine Sackgasse manövriert hatte. Dass ich nicht mehr am Leben teilnahm.

 

Ich hatte mich zunächst abgegrenzt und dann ausgegrenzt. Ich machte noch Erfahrungen, aber ich genoss keine Erlebnisse mehr. Alles fühlte sich wie auf Sparflamme an. Ich existierte, aber ich lebte nicht.

 

Liebevolle Selbstpflege statt Selbstschutz

Es galt also meine innere Haltung zu überprüfen. So stellte ich fest: Ich kann Selbstschutz auch im Sinne einer liebevollen Selbstpflege betrachten statt als Widerstand gegen das Außen.

 

Bin ich in der Grundhaltung der liebevollen Selbstpflege, betreibe ich meine energetische Reinigung und das Einhüllen in einen Mantel aus lichtvoller Energie aus einer inneren Freude heraus. Das ist dann eine vertrauende Grundhaltung.

 

Ich spüre Selbstvertrauen und Selbstliebe genauso wie das Vertrauen gegenüber all meinen Mitmenschen und den Dingen, die da geschehen.

 

Die liebevolle Selbstpflege erlaubt die Verbundenheit mit allem und Wertschätzung für alles. Sie schenkt mir ein Gefühl von Flow. Ich fließe vertrauensvoll mit allem, was ist. Gebe mich dem Leben hin. In der Gewissheit, dass sich alles fügt und dass ich jede Herausforderung, die sich mir zeigt, werde bewältigen können.

 

4 Tipps für einen befreiten Umgang mit deiner Hochsensibilität

Solltest du dich in dem ein oder anderen meiner Erlebnisse und Gedanken wiedergefunden haben, dann kommen hier vier Tipps für dich und einen befreiten Umgang mit deiner Hochsensibilität:

  1. Gib den Widerstand auf. Gib auf, gegen Windmühlen zu kämpfen. Lasse die Dinge durch dich hindurchfließen, die dir nicht gut tun. Diese Dinge sind da, aber du tust dir selbst nichts Gutes, wenn du sie in deinem Innern Platz finden lässt.
  2. Achte darauf, welche Geschichten du dir selbst und anderen immer wieder erzählst. Hältst du mit deinen Geschichten Vergangenes wach, das längst losgelassen gehört?
  3. Lass los. Werde weich. Denn das macht dich empfänglich für die Geschenke des Lebens.
  4. Gib dir die Erlaubnis zartfühlend zu sein, deine Grenzen zu wahren, deine Bedürfnisse zu erfüllen, deine Sehnsüchte zu erhören, deine Träume zu leben.

 

Lebe deine zarte Stärke!

Alles Liebe, deine Inga

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