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Sind alle Hochsensiblen ordentlich?

Warum Hochsensible Ordnung & Struktur lieben

Bild Wischmop

Sind alle Hochsensiblen ordentlich?

 

Sicherlich nicht auf die gleiche Art und Weise. Aber doch, ja, ich habe bisher keine Hochsensiblen kennengelernt, der nicht auf ihre ganz persönliche Weise Ordnung und Struktur lieben würden – im Innen und / oder im Außen.

 

Warum uns Ordnung und Struktur Entspannung schenkt, erfährst du in diesem Artikel.

 

Selbstbeobachtungen - Die innere Ordnung folgt der äußeren & andersherum

Wenn ich mich selbst beobachte, dann stelle ich fest, dass mir äußere Ordnung auch innere Ordnung schenkt und andersherum. Eine aufgeräumte Umgebung mit wenig Kleinkram entspannt meine Sinne und lässt mich schneller zur Ruhe kommen.

 

Bin ich aufgewühlt, gehe ich entweder in den Wald, um mich zu entspannen, oder ich fange an aufzuräumen und zu putzen. Denn die innere Ordnung folgt der äußeren. In besonders herausfordernden Zeiten ist meine Wohnung dementsprechend besonderes sauber und aufgeräumt. Viele Freunde wissen das und können am Zustand meiner vier Wände mein Wohlbefinden ablesen. ;-)

 

Ordnung und Struktur entspannen mich, geben mir Halt und Orientierung. So wie in meinem Büro und in meiner Wohnung habe ich auch in meinem regen Geist die ein oder anderen „Ordner“ angelegt, in die ich meine gemachten Erfahrungen einsortiere. Ordnung und Struktur sind mir also wertvolle Helfer und bei der Verarbeitung meiner vielfältigen Eindrücke und Erfahrungen Gold wert. 

 

Ordnung & Struktur schaffen Routinen, sparen Energie und entlasten die Sinne

Und weil mein Alltag oft Eindrücke im Übermaß liefert, finde ich es herrlich, wenn wenigstens daheim oder am Arbeitsplatz, im Kleiderschrank, im Bad oder in der Küche alles seinen Platz hat. Wenn ich routiniert zum Körperöl, Kochtopf oder den passenden Socken greifen kann, ohne Hirnschmalz für die Suche nach diesen Alltagsgegenständen investieren zu müssen.

 

Ordnung schenkt mir also auch Routine und Routinen schenken mir wiederum Halt. Routinen sparen allerdings auch Energie. Alles, was ich "blind" erledigen kann, benötigt kaum Aufmerksamkeit und entlastet meine Sinne und meinen Geist. Herrlich!

 

Pedanterie - Sei doch nicht so pingelig!

Wird der Stress zu groß, neige ich allerdings auch zur Überordentlichkeit. Mein Freund findet das pedantisch, und auch ich gefalle mir nicht in dieser starren Ordentlichkeit. Inzwischen weiß ich, dass ich bei auftretender Pedanterie bereits eine Überdosis Anspannung intus habe und trete auf die Bremse, gehe möglichst ohne Umwege in die Natur oder mache Yoga. 

 

Allerdings habe ich von anderen Hochsensiblen gehört, dass ihre Lieben sie oft auch im entspannten Zustand als etwas zu ordentlich empfinden. ;-) "Sei doch nicht so pingelig!" sind von hochsensiblen Menschen wohl häufiger gehörte Sätze.

 

Unordnung - Zeichen von Entspannung oder Resignation?

Ich hatte auch einige wenige Male in meinem Leben sehr unordentliche Phasen und erinnere mich nicht gern daran. Denn meine Unordnung war damals eine Kapitulation und Resignation vor Herausforderungen, die ich nicht zu meistern wusste und die mich in eine depressive Stimmung versetzt hatten.

 

Die Unordnung in meinen vier Wänden zeigte sehr deutlich mein inneres Empfinden, und ich fand nicht die Kraft, Ordnung zu schaffen. Weder im Innen noch im Außen.

 

Für andere Hochsensible ist leichte Unordnung ein Zeichen für Entspannung, habe ich mir sagen lassen. Sie fühlen sich wohl und können auch mal fünfe gerade sein lassen. Sie sind innerlich gut aufgeräumt und brauchen keinen Halt in der äußeren Ordnung zu suchen.

 

Resumé

Für jeden hochsensiblen Menschen ist das Ausleben und die Gestaltung von Ordnung und Struktur wohl sehr individuell. Im Bedürfnis nach Ordnung und Struktur scheinen wir uns allerdings sehr nah zu sein. Denn diese beiden Qualitäten scheinen uns in der Regel Halt, Routinen und Sicherheit zu schenken und lassen uns Stress besser meistern.

 

Wie siehst du das? Was schenken dir Struktur und Ordnung?

 

Lebe deine zarte Stärke!

 

Deine Inga

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Kommentare: 3
  • #1

    Kristina (Sonntag, 13 Januar 2019 16:20)

    Der Artikel hat mir richtig gut getan. Du sprichst mir aus der Seele.
    Ordnung und Struktur sind für mein Wohlbefinden sehr wichtig.

    Struktur in meinem Alltag und meiner Lebensweise. Ordnung in meiner Umgebung.

    Du schreibst, wenn du aufgewühlt bist fängst du an zu putzen, jaaaa so bin ich auch. Es ist sehr wichtig, dass man merkt, ob man putzt weil es nicht ordentlich ist, oder weil momentan irgendwas zu viel ist.

    Den Satz: "sei doch nicht so pingelig ", musste ich auch schon des öfteren hören.
    Jeder Mensch hat ein unterschiedliches Mass an Ordnung die er braucht, um sich wohlfühlen.
    In einer Partnerschaft ist es immer eine Herausforderung, das richtige Mass zu finden.
    Wenn einer ständig die Wohnung"vermüllt" und der andere ständig aufräumen muss, sind Konflikte vorprogrammiert.

  • #2

    Inga Dalhoff (Mittwoch, 16 Januar 2019 11:55)

    Liebe Kristina,

    wie schön, dass wir uns in Sachen Ordnung so nah sind. :-)

    Ein entspannter Partner oder einer, der die Ordnung ebenfalls liebt, sind sehr hilfreich, gell?!

    Lass es dir "ordentlich gut! gehen! ;-)

    Alles Liebe, deine Inga

  • #3

    Barbara (Samstag, 06 Juli 2019 16:15)

    Kann mich nur anschließen, es sind Erfahrungen, dir ich immer wieder mache. Kann aber mittlerweile auch gut mit ein bisschen Unordnung umgehen Dank sei meinen Enkeln.