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Wut - Für Hochsensible kaum auszuhalten

Vom Umgang mit unangenehmen Gefühlen

wütendes Männchen

Wir Hochsensible sind beschenkt mit einer sehr bunten und intensiven Wahrnehmung und Gefühlswelt. Für mich sind meine Gefühle oft überwältigend. Freude, Glück und Dankbarkeit kann ich so intensiv erleben, dass ich in Tränen aufgelöst bin. Einige meiner Freunde verwirrt das immer noch sehr. Es fällt ihnen schwer zu verstehen, dass ich manchmal weine, weil ich so überwältigend glücklich bin oder weil der Sonnenuntergang so unglaublich schön ist.

 

Die Schattenseite dieser Medaille ist,

 

dass ich auch die nicht ganz so angenehmen Gefühle in dieser Intensität wahrnehme. Wut zum Beispiel. Es gibt Dinge, die machen mich so wütend, dass ich zittere, einen Tunnelblick bekomme und kaum mehr klar denken kann. Diese Wut nicht ungefiltert an anderen auszulassen, kostet mich viel Kraft.

 

Aber ich habe Übung darin. So viel Übung, dass sich die Wut meist gar nicht mehr im Außen zeigt, sondern sich autodestruktiv in meinem Inneren austobt. Mit dem Ergebnis von psychosomatischen Beschwerden wie Rücken- und Nackenbeschwerden, Migräne oder Verdauungsproblemen.

 

Im Austausch mit anderen Hochsensiblen erfahre ich immer wieder, dass Wut ein großes Thema für sehr viele von uns ist. Deshalb fasse ich mir ein Herz und schreibe heute über meine Wut. Warum ich mir dazu ein Herz fassen muss? Weil ich meine Wut immer noch ein kleines bisschen unangenehm finde. Ich schäme mich doch öfter für sie, wenn ich sie nicht rechtzeitig als Zeichen für eine Unstimmigkeit erkannt habe und für mich eingetreten bin, wenn sie doch einmal mit voller Wucht ausbricht. Denn meine Überlebensstrategie war immer „Nettsein“. Und Wut gilt in unserer Gesellschaft nicht als nett.

 

Ungebetene Erfahrungen als Geschenk

Vor zwei, drei Jahren machte mir unser Vermieter in diesem Zusammenhang ein ungebetenes Geschenk (freilich konnte ich das Geschenk erst sehr viel später als solches erkennen) ;-):

 

Unser Vermieter hatte beschlossen, sein Haus zu sanieren. Das hieß: Neues Dach, neue Außendämmung, neue Heizung, neue Bäder, neue Küchen. Den Lärm, der damit verbunden war, können Sie sich sicherlich gut vorstellen. Und dass lange nicht alles so lief, wie es hätte laufen sollen, kannst du dir sicherlich ebenfalls vorstellen. Auf jeden Fall dauerte es aufgrund der Sonderwünsche des Vermieters und fehlender Dachdecker zwei Monate, bis allein das Dach endlich fertig wurde. Sehr unangenehm, wenn man im Dachgeschoss wohnt und arbeitet. Und sehr unangenehm, wenn die Dachdecker eine innige Beziehung zum Radio haben.

 

Jeden Morgen führte ich das gleiche Gespräch mit den Dachdeckern, das Radio bitte nicht direkt vor unseren Fenstern aufzustellen, da ich versuchte zu arbeiten und mein Freund je nach Schichtplan versuchte seine Nachtschicht zu verarbeiten und sich auszuschlafen. Ich fühlte mich wie im Film „Und täglich grüßt das Murmeltier“ und wurde von Tag zu Tag unleidlicher und wütender. Ich fand es respektlos, unseren Wunsch nicht zu respektieren. Zumal es eine unbewohnte Nachbarwohnung im Dachgeschoss gab. Dort hätte das Radio stehen können, ohne uns allzu sehr zu belästigen.

 

Mit der Zeit kam ich überhaupt nicht mehr zur Ruhe, hatte Schlafstörungen, Magen- und Darmbeschwerden und extreme Muskelverspannungen. Kurzurlaube und Arbeitsaufenthalte in meiner alten Heimat brachten keine Erholung.

 

Und so kam, was kommen musste: Nach einigen Wochen konnte ich nicht mehr nett sein und mich nicht mehr beherrschen. Meine Wut brach sich endlich Bahn und ich schrie. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte mal geschrien habe, wahrscheinlich als Kind. Aber nun schrie ich die Dachdecker an, dass ich das Radio jetzt und sofort vom Dach werfen würde, wenn sie es nicht augenblicklich wegstellen würden. Und siehe da, das Radio wurde kommentarlos weggestellt. Jetzt endlich hatten mich die werten Herren verstanden. Was alle höflichen Formulierungen, was alle Appelle an die Kompromissbereitschaft und das Verständnis der Dachdecker nicht vermocht hatten, hatte mein Wutausbruch geschafft: Das Radio verschwand, wenn auch nur für einige wenige Tage.

 

Und mir ging es besser. Die Verspannungen legten sich ein wenig. Und ich fühlte mich befreit. Die Erfahrung, wie anstandslos die direkte und ungefilterte Äußerung meiner Wut hingenommen wurde, überraschte mich. Niemand war mir böse. Im Gegenteil. Fortan wurde ich von den Handwerkern mehr respektiert als jemals zuvor.

 

Was Hochsensible wütend macht

Von anderen Hochsensiblen höre ich, dass sie oft aus ganz ähnlichen Gründen wie ich selbst wütend werden. Ob Kinder oder Erwachsene, wir Hochsensiblen können es nicht ausstehen, wenn es irgendwo ungerecht, respektlos oder unachtsam zugeht. Wenn wir uns in unserer Freiheit eingeschränkt fühlen. Wenn wir das Gefühl vermittelt bekommen, nicht „normal“ zu sein. Wenn uns nicht genügend Zeit und Stille eingeräumt wird, um unsere vielfältigen Eindrücke zu verarbeiten. (Das betrifft besonders hochsensible Kinder, die für ihre diesbezüglichen Wünsche noch nicht verbal eintreten können und denen mit Schule und Nachmittagsprogrammen oftmals ein Alltag zugemutet wird wie einem erwachsenen Arbeitstätigen.) Wenn uns jemand „Geschichten“ erzählt, uns anflunkert. Und in meinem Fall auch gern, weil die Welt so ungerecht und der Mensch an sich so unvollkommen ist. :-)

 

Warum sich Hochsensible für ihre Wut schämen

Die meisten Hochsensiblen teilen das Gefühl der Scham bezüglich der eigenen Wut. Weil sie von der Wut anderer schier überrollt werden können und das als sehr unangenehm empfinden, wollen Hochsensible um keinen Preis andere ihre Wut spüren lassen. Oftmals haben wir als Kind erlebt, dass wir nicht willkommen sind, wenn wir wütend sind. So oder so neigen Hochsensible in der Vermeidung der eigenen Wut wie in allen anderen Dingen gern zum Perfektionismus. Nicht unbedingt zum Vorteil der seelischen und körperlichen Gesundheit.

 

Die heilende Kraft der erlaubten Wut

Ich durfte die heilende Kraft meiner Wut in den vergangenen Jahren ganz neu erleben. Denn ich machte eine überwältigende Erfahrung: Dadurch, dass ich mir meine Wut erlaubte, kehrte eine lange abhanden gekommene Lebendigkeit zurück. Mit der Deckelung meiner Wut, hatte ich mir meine eigene Lebendigkeit und auch meine Durchsetzungskraft genommen.

 

Mut zur Wut

Mit diesem Artikel möchte ich dir Mut machen, zu deiner Wut zu stehen. Meine Wut ist mir immer wertvolles Zeichen für Unstimmigkeiten, Ungerechtigkeiten oder übergangene Bedürfnisse gewesen und hat mir stets einen guten Dienst in Sachen Selbstbehauptung und Gestaltungsmacht erwiesen. 

 

Der Artikel soll dir deshalb auch Mut machen, ehrlich zu erkennen, wann du selbstzerstörerisch handelst und wann deine Wut Ergebnis einer andauernden Selbstverleugnung ist.

 

Oftmals sind wir wütend, weil es „da draußen“ so laut oder so unachtsam zugeht. Das kenne ich auch. Mir ist das Außen aber eigentlich nur Spiegel meiner selbst. Der Lärm im Außen nervt mich manchmal deshalb so sehr, weil ich mir selbst nicht die nötige Ruhe und die wichtigen Pausen gegönnt habe, die ich brauche. Oder weil ich selbst gerade nicht am Leben teilnehme, mich meiner eigenen Lebendigkeit beraubt habe, mir eine Herzensaufgabe fehlt, die mir Lebendigkeit schenken könnte.

 

Vom Zauber und der Macht des ersten Moments

Und bitte warte nicht zu lange damit, deiner Wut als Zeichen für Unstimmigkeiten Ausdruck zu verleihen. ;-) Dich für deine Bedürfnisse und die Klärung von Unstimmigkeiten einzusetzen. Denn ich durfte die Erfahrung machen, dass sich meine Wut recht unkontrolliert und verletzend Bahn bricht, wenn ich sie zu lange nicht achte. Unsere Handwerker haben meine Explosion gut ausgehalten, mein Freund, meine Freundinnen oder KundInnen finden es zu recht nicht ganz so gelungen, wenn ich plötzlich zornesrot vor ihnen herumtobe. ;-)

 

Leider habe ich gelernt, meine erste noch ganz zarte Wut als Zeichen für Unstimmigkeiten zu übergehen. Oft spüre ich meine Wut erst, wenn sie schon so groß ist, dass ich sie nur mit großer Kraftanstrengung deckeln kann. Zu dem Zeitpunkt fällt es mir dann schon sehr schwer, mich wertschätzend zu behaupten. Wenn ich meine Wut aber schon frühzeitig erkenne und für mich und meine Bedürfnisse eintrete, dann schenkt sie mir maximale Freiheit. Im Detail gehe ich darauf in der Einführung zur unten verlinkten #HerzBusinessMeditation "Meine Wut ist mein Beitrag zum Weltfrieden" ein. Schau' mal rein!

 

Sortieren und drüber schlafen - erinnerte Wut

Da Wut für uns Hochsensible so überwältigend sein kann, dass wir in der ursächlichen Situation fassungs- und sprachlos sein können, kann es sinnvoll sein, die aufrüttelnde Situation zunächst einmal eine Nacht zu überschlafen und erst am Folgetag ein Gespräch zu suchen. Dabei kann aber die unmittelbare, echte Mitteilung unserer Gefühle leiden.

 

Dennoch empfinde ich es in manchen Situationen als sehr wohltuend, mich erst einmal zu sortieren. Denn es gibt Menschen, die mit ihrem Verhalten eine "erinnerte Wut" in mir auslösen. Z.B. dann, wenn sie sich ähnlich verhalten wie Menschen, die mich einmal sehr verletzt haben. Mein Gegenüber kann also auch nur "Auslöser" einer "erinnerten Wut" sein. In diesem Fall hat mein Gegenüber nichts mit meinem Gefühl zu tun, außer dass er mich an ein Erlebnis erinnert, das noch keine Heilung erfahren hat.

In solchen Fällen kläre ich meine Wut lieber allein mit mir. Außerdem habe ich für mich gelernt, dass ich auch "fremde Wut" in mir trage. Wut, die eigentlich zu Mitgliedern meiner Familie gehört, oder Wut aus einem gesellschaftlichen Kollektiv, wie z.B. dem Frauenkollektiv, das neben der Frauenkraft auch den Schmerz, die Trauer und die Wut über die so alten Missstände der patriarchalen Strukturen in sich trägt und in meinem Frauenkörper wirkt. Auch solche Wut "bearbeite" ich gern für mich selbst. 

Meine bevorzugten Methoden dafür sind die "Innere Kind Arbeit", systemische Aufstellungen oder "Hineinspürübungen". Wenn du dazu Fragen hast, dann melde dich gern per E-Mail bei mir. 

 

Wie erkennst du nun, ob deine Wut eine reine und "aktuelle Wut" oder eine "erinnerte Wut" und vielleicht eine kollektive oder familiäre Wut ist? Meiner Erfahrung nach entwickelt jeder Mensch ein eigenes Gespür für solche Unterschiede.

 

Ich persönlich erkenne "erinnerte, kollektive oder familiäre Wut" oft daran, dass sie mich viel länger beschäftigt und dass sie sehr intensiv ist. Sie lässt mich so lange nicht los, bis ich sie in all ihren Facetten wahrgenommen, anerkannt und respektiert habe. Sie lässt mich auch dann nicht los, wenn ich mit dem "Auslöser" ein gutes Gespräch geführt habe (weil sie ja in der Regel nichts mir dem Auslöser und der aktuellen Lebenssituation zu tun hat). 

 

Meine "aktuelle Wut" erkenne ich daran, dass sie recht schnell verfliegt, wenn ich mich selbst behaupte oder für meine Bedürfnisse einstehe. 

 

Wenn du noch mehr Anregungen zum Thema Wut suchst, z.B. wie du feststellst, ob die von dir empfundene Wut die deine ist oder vielleicht die aus deinem Familiensystem oder aus einem Kollektiv, dann schau dir gern mein unten verlinktes Video oder die HerzBusinessMeditation an. Mehr über die wöchentlich stattfindenden, kostenfreien Online-Meditationen findest du hier.

  

5-Min. Video: Warum Wut und Neid gute Beraterinnen sind

HerzBusinessMeditation: Meine Wut ist mein Beitrag zum Weltfrieden


 

Ich bin sehr gespannt auf deine Reaktionen auf diesen Artikel. Und ich freue mich sehr zu lesen, ob du Wut auch kennst und wie du mit ihr umzugehen gelernt hast.

 

Lebe deine zarte Stärke!

Alles Liebe, deine Inga

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Kommentare: 27
  • #1

    Monika König (Dienstag, 17 Januar 2017 20:22)

    Vielen herzlichen Dank für Ihren Artikel. Es macht mir Mut, bewusster mit meinen Gefühlen umzugehen. Ich habe immer Angst vor der Reaktion der anderen. Ich werde mich darum bemühen, meinen Gefühlen mehr Raum zu geben und mir mehr Ruhe zu ermöglichen. Ich erlaube mir mein vielschichtiges Inneres!! Danke dafür!!

  • #2

    Anne Weiß (Mittwoch, 18 Januar 2017)

    Danke für den sehr schönen Artikel liebe Inga ;-)
    Ja, kann ich nur bestätigen: wenn's innerlich zu kochen beginnt kann es bei aller Selbstreflektion und Spiegelungen im Außen sehr hilfreich sein dass, was zum 'Auslöser' gehört auch klar zum Ausdruck zu bringen, bevor man es in 'antrainierter Opferhaltung' in sich abspeichert. Letztendlich war der Handwerker im Hier und Jetzt derjenige, welcher sein Radio zu laut aufgedreht hat ... und das darf man ihm auch mal sagen, denn manche merken das sonst einfach nicht ;-)

  • #3

    Inga Dalhoff (Mittwoch, 18 Januar 2017 10:38)

    Liebe Monika, liebe Anne,

    herzlichen Dank für Ihre und deine Rückmeldungen zu meinem Artikel. "Ich erlaube mir mein vielschichtiges Inneres". Was für ein schöner Satz.

    Ich wünsche Ihnen und dir (und mir ;-)) ein ganz lebendiges Jahr 2017, in dem alle Gefühle erlaubt und willkommen sind und der Mut vorhanden ist, diese Gefühle unmittelbar mitzuteilen. ;-)

    Herzliche Grüße, Inga

  • #4

    Monika Völkl (Mittwoch, 18 Januar 2017 17:34)

    Liebe Inga,

    lieben Dank für den Wut-Artikel. Ich kenne Wut bestens. Als Kind nannten mich viele "Rumpelstilzchen". Doch im Vergleich zu Deiner Erfahrung fanden die Erwachsenen um mich herum es "so niedlich" und lachten. Was mich noch wütender machte. Und bei mir eine Sperre dahingehend auslöste dass ich mich mit meiner Wut nicht ernst genommen fühle. Durch Achtsamkeits-Methoden lerne ich mehr und mehr, die Wut einfach nur zu spüren, sie zu beobachten und da sein zu lassen. Sie nicht zu bewerten, sondern ihr den Platz im "Fühlen" ebenso zu geben wie Traurigkeit oder Freude. Allerdings teile ich Deine Erfahrung, dass in manchen Situationen die Wut auch ausgedrückt werden darf. Gerade im männlichen Umfeld wird eine "nette Sprache" nicht verstanden. Wut dagegen bzw. eine klare Ansage verstehen Männer.

  • #5

    Sabine (Mittwoch, 18 Januar 2017 18:49)

    Beim Lesen standen mir Tränen in den Augen, so sehr erkannte ich mich selbst wieder!
    Danke!

  • #6

    Manuela (Mittwoch, 18 Januar 2017 21:14)

    Liebe Inga,
    oder die andere Variante, einfach nicht spüren, ich kannte nämlich meine Wutkraft gar nicht, ich hatte als Kind gelernt Wut nicht zu spüren und sie eben nicht zu verstärken, sie war zu gefährlich. Dabei ist die Wut spüren so wichtig, um sie als Veränderungskraft zu nutzen. Hier hat mir unter anderem das Buch von Vivian Dittmar "Gefühle eine Gebrauchsanweisung" geholfen auf Entdeckungsreise zu gehen. Auf ihrer Webseite finden sich dazu noch weitere Infos, sie ist Expertin insbesondere im gesunden umgang damit. http://viviandittmar.net/buecher/gefuehle-und-emotionen/
    herzlichen Gruss Manuela

  • #7

    Inga Dalhoff (Donnerstag, 19 Januar 2017 11:36)

    Liebe Monika, liebe Sabine und liebe Manuela,

    auch euch danke ich von Herzen für eure ehrlichen Rückmeldungen zu meinem Artikel.

    Mir ist der Erfahrungsaustausch unter Hochsensiblen sehr wertvoll und ich finde es grandios, dass er auch in diesem Blog stattfindet. Es ist so bereichernd, ermutigend und auch entlastend zu lesen, wie ihr eure zart starke Seite wahrnehmt und an welchen Aufgaben ihr zu knabbern habt und zu wachsen gelernt habt. Was für ein Geschenk!

    Danke für eure Ehrlichkeit und eure Buch- und Achtsamkeitstipps!

    zart starke Grüße, Inga

  • #8

    julia :) (Sonntag, 09 Dezember 2018 09:19)

    Ich erkenne mich wieder in deinem geschriebenen - es fehlen gerade irgendwie die Worte - aber es hat mich berührt. Wut ist immer ein Gefühl das ich nur schwer aushalten kann und an mir selbst nicht akzeptiere obwohl ich sie so oft verspüre und wenn ich sie dann auslasse fühle ich mich schlecht.
    Danke für deine. Artikel!!!

    „Menschen, die es verstehen, uns zu verstehen,
    sind Geschenke des Himmels.“
    Ernst Ferstl


  • #9

    Inga Dalhoff (Sonntag, 09 Dezember 2018 11:05)

    Liebe Julia, danke dir für dein Feedback und das so schöne Zitat von Ernst Ferstl. Mögest du eine harmonische und befreite Weihnachtszeit genießen! Alles Liebe, deine Inga

  • #10

    steffi (Sonntag, 13 Januar 2019 21:05)

    Liebe Inga...

    Hast du denn einen Tipp wie ich mit meiner Wut umgehen kann?? Im Moment ist mir leider alles zu viel und ich bin sehr schnell wütend. Mein Freund bezeichnet mich dann als verrückt, bekloppt, unbelichtet... Weiß im Moment nicht weiter

  • #11

    Inga Dalhoff (Mittwoch, 16 Januar 2019 12:01)

    Liebe Steffi,

    mein Haupttipp ist wie oben beschrieben, deine Wut wirklich liebevoll anzunehmen und ihre Botschaft zu achten. Vielleicht ist etwas für dich nicht stimmig, vielleicht verbirgt sich hinter deiner Wut auch eine unbewusste Angst. Ist die erkannt, gehört und geachtet, verabschiedet sich auch die Wut.

    Ich merke an mir selbst, dass ich Stresshormone langsam abbaue. Stress und aufwühlende Emotionen hallen lange in mir nach. Deshalb finde ich Sport zum Abbau von Stresshormonen ebenfalls sehr hilfreich. Ich persönlich liebe Yoga, aber Ausdauersport ist auch hilfreich.

    Hilft dir das ein wenig weiter? Wenn nicht, lohnt es sich vielleicht, tiefer einzusteigen. Ich biete ja auch (telefonische) Beratungen zu diesen Themen an. Melde dich gern, wenn du die in Anspruch nehmen möchtest.

    Alles Liebe, deine Inga

  • #12

    Maddin (Donnerstag, 11 April 2019 18:03)

    Bin ich hier der einzige Kerl??
    Ich kannte meine Wut auch nicht - seit 30 Jahren.
    Danke für deinen Artikel.

  • #13

    Lieber Maddin, (Freitag, 12 April 2019 13:14)

    du bist bestimmt nicht der einzige Kerl hier, aber vielleicht der einzige, der sich hier bisher geäußert hat.

    Danke für dein Teilen.

    Alles Liebe, deine Inga

  • #14

    Nika (Mittwoch, 22 Mai 2019 00:43)

    Hallooo werte Mitwütende, ich bin sehr froh, dass es Euch gibt. Ich bin froh, dass dieses Wissen sich mir erschließt. Ich bin mein Leben immer voller Wut gewesen. Ich habe mir angewöhnt wüst zu schimpfen. Ich tobe mich richtig aus... und dann rede ich mit der Person. Die Luft ist dann draußen...und die Leute kommen lebend aus dem Gespräch. Ich bin ein wandelnder Güterzug...es ist nicht schön für mich. Manchmal verhaue ich meinen Boxtorso, den ich Hr Doktor genannt habe. Klopfmassage hilft mir auch. Ich sehne mich nach Frieden in mir...wird noch dauern. Doch ich weiß jetzt, dass ich hsp bin und nicht irre, nur bissl verrückt. Ist eine tolle Gabe, nur hat Gott bei meiner Lieferung die Gebrauchsanleitung nicht beigelegt. Bei Euch auch nicht? ☺️�☺️�
    Licht und Liebe aus Wien
    Nika

  • #15

    Nika (Mittwoch, 22 Mai 2019 00:55)

    Sry Nachtrag die Psychosomatische Energetik ist für mich der Hit und CBD-Öl nimmt mir ein etwas Druck und Lavendel und Rosenduft...

  • #16

    Manuela (Sonntag, 02 Juni 2019 14:54)

    Ich erkenne mich absolut wieder..... Ich bin jähzornig, habe aber gelernt, Situationen möglichst erstmal zu verlassen, bevor ich Leute komplett niedermache. Hab das bisher noch gar nicht mit meiner HSP in Verbindung gebracht.
    Jetzt muss ich erstmal alles von Dir lesen, bin schon sehr gespannt!

  • #17

    Andrea (Samstag, 12 Oktober 2019 23:02)

    Ich stecke akut in einer andauernden Stresssituation, der ich versuche mit viel Aktivismus entgegen zutreten. Das alles ist beruflicher Natur. Da ich aber der Alleinverdiener der Familie bin, belastet mich das sehr.
    Jeder Rückschlag löst in mir Aggressionen aus. Ich neige sogar zur Selbstverletzung um den Spannungen entgegen zuwinken. Leider mit viel Erfolg. Mein Mann hat das auch schon mitbekommen und deshalb sogar geweint, dabei habe ich ihn nur einmal weinen sehen als seine Mutter starb. Ich weiß ich stecke in einer Krise. Sollte diese vorbei sein, stehe ich mit schüttelnden Kopf da, und wundere mich wie ich so sein konnte! Das kenne ich aus Erfahrung. Ich kann der glücklichste Mensch auf Erden sein, aber eine Krise lässt mich verzweifelt. Deshalb, weil ich trotz aller versuchten Gegenmaßnahmen Rückschläge erleide, die ich schlecht wegstecken kann. Ein Kunde der mich am Telefon fast eine Stunde rund macht, hat bei mir eine zweitägige Verzweifelt verursacht die unverhältnismäßig war! Im Moment erkenne ich mich oft nicht wieder. Meine Souveränität ist beschränkt und ich bin extrem sensibel. Ich versuche alles, um mich aus dieser Situation zu befreien aber noch fruchtet nichts wirklich! Nachts wache ich mit einer kalten Hand um meinem Herzen auf! Mein Motte lautet momentan: Heute werde ich noch nicht sterben. Damit meine ich nicht, dass ich wirklich sterbe sondern dass meine berufliche Existenz stirbt. Schädlich ist , dass ich so nervös gegenüber Kunden bin. Alles läuft gut aber ein falsches Wort und die ch koche innerlich vor Wut. Das stresst mich total, raubt mir meine letzten Energien und lässt mich bei den nächsten Kunden unaufmerksam und abgeschlagen auftreten. Ich möchte endlich wieder Sicherheit haben. Das diese abhanden gekommen ist, ist von meiner Seite unverschuldet gewesen. ( sehr plötzlich ist unser Hauptvertriebsweg geschlossen worden, Alternativen funktionieren eher schlecht als recht) ich fühle mich wie ein Schlagersänger auf der Suche nach dem nächsten Number 1 Hit, aber es schlägt nicht ein) Seit über einem Jahr versuche ich daraus zu kommen und es gelingt mir nicht recht, da fühle ich mich schuldig.

  • #18

    Inga Dalhoff (Montag, 14 Oktober 2019 14:07)

    Liebe Andrea,

    es berührt mich sehr, was du schreibst! Bitte sei achtsam mit dir! Für mich schreit alles danach, dass es Unterstützung für dich braucht.

    Wollen wir vielleicht einmal kostenlos telefonieren und du berichtest, wo du stehst? Dann haben wir die Chance, erste Ideen zu entwickeln, die dich entlasten. Wenn dich das anspricht, dann melde dich gern unter willkommen@inga-dalhoff.de mit Terminideen bei mir.

    Und wenn du nicht mehr kannst, was ganz so klingt, dann könnte es doch vielleicht eine Möglichkeit sein, dich krankschreiben zu lassen?! Ihr seid doch als Selbstständige sicher für einen solchen Fall versichert, oder?

    Pass gut auf dich auf!

    Alles Liebe, deine Inga

  • #19

    Dani (Samstag, 09 November 2019 17:21)

    Liebe Inga. Vielen Dank für deinen Blog. Inzwischen lasse ich meine Wut raus, wenn mich zum Beispiel der Nachbar nachts um 2 aus dem Bett wirft. Leider tat er das in der letzten Zeit öfters. Ergebnis: Mir geht es prima und der Typ grüßt kaum noch. Als Hochsensible muss ich meine Grenzen besser schützen und darauf pfeifen, wenn es unverschämte Zeitgenossen stört.

  • #20

    Inga Dalhoff (Dienstag, 12 November 2019 09:08)

    Liebe Dani,

    das klingt sehr befreiend! ;-) Ich wünsche dir von Herzen, dass dein Nachbar bald ein Einsehen hat und dir wünsche ich natürlich, dass du immer den Mut hast, für dich einzustehen.

    Alles Liebe, deine Inga

  • #21

    Claudia Lezius (Mittwoch, 11 Dezember 2019 08:48)

    Liebe Inga,
    nach vielen Recherchen über Wutanfälle stieß ich zufällig auf das Thema hochsensibel.
    Ich erkannte sofort meinen Sohn 7 Jahre .Alles genau so wie beschrieben. Zu meinem erstaunen erkannte ich mich selbst.Nun ist es so das ich keine Probleme damit habe und gut klar komme.Mein Sohn allerdings implodiert regelrecht.Er würde vor Wut am liebsten jemandem den Kopf einschlagen.Danach ist er so traurig das er sagt in dieser Welt möchte er eigentlich garnicht leben, alle sind gegen ihn. Alle Versuche ihm klarzumachen das er was besonderes ist scheitern.Zudem kommt das er mit gleichaltrigen nicht viel anfangen kann.Mit Erwachsenen kommt er super zurecht.Er ist auch sehr weit entwickelt .Leider weiss ich nicht wie ich ihm helfen kann mit seiner Wut umzugehen.
    Ich war auch schon bei der Diakonie .Das war sehr enttäuschend.Man sprach da nur von Problemkind und therapieren.Ohne zu wissen was genau Los ist.
    Er ist ein außergewöhnlich liebenswertes Kind.
    Wie kann ich ihn am besten unterstützen?

    LG
    Claudia

  • #22

    Inga Dalhoff (Freitag, 13 Dezember 2019 11:34)

    Liebe Claudia,

    was du über deinen Sohn und seine große Verzweiflung schreibst, berührt mich sehr.

    Ich tue mich immer ein wenig schwer mit pauschalen Antworten auf die Fragen nach Unterstützung. Denn jedes Kind, jeder Mensch ist so besonders und einzigartig, dass es auch ganz individuelle Lösungen braucht.

    Ein großes Geschenk ist wohl für jedes Kind, eine so liebende Mama wie dich zu haben, die ihm signalisiert: "Du bist genau richtig und absolut liebenswert wie du bist."

    Meiner Erfahrung nach gibt es immer mehrere Stellschrauben, an denen ihr vielleicht ohnehin schon gedreht habt?! Hier kommen die wichtigsten:

    * Rahmenbedingungen ändern: Also möglicherweise im Gespräch mit den Lehrern eine andere Form der Einbindung in den Unterricht und die schulischen Aktivitäten erarbeiten. Schulwechsel, Lehrerwechsel...
    * Viele Zeiten der Entspannung und der freien und eigenverantwortlichen Zeiteinteilung einplanen.
    * Methoden der Stressbewältigung und des Umgangs mit Ängsten, Wut, Trauer und Ablehnung erarbeiten.
    * Schauen, was euch allen in der Familie gut tut und euch Rückhalt, Sicherheit, Geborgenheit und Harmonie schenkt.
    * Prüfen, ob mögliche Geburtstraumata oder größere Stressfaktoren / Lebenseinschnitte noch nachwirken und diese in Heilung bringen.

    Was hältst du denn davon, wenn wir einmal miteinander telefonieren? Dann könnten wir konkretere Aspekte sammeln. Du hast es vielleicht schon gelesen, dass ich 20-minütige kostenfreie Kennlerntelefonate anbiete. Wenn du das nutzen magst, dann schreib mir gern Terminvorschläge für die kommende Woche an willkommen@inga-dalhoff.de.

    Ich wünsche euch von Herzen alles Gute und ein liebendes, unterstützendes und verständnisvolles Umfeld, das deinem Sohn zeigt, wie großartig er ist.

    Alles Liebe, deine Inga

  • #23

    Marie (Samstag, 21 März 2020 22:22)

    Danke für den Beitrag. Ich bin vor Kurzem zum ersten Mal, seitdem ich denken kann, wütend geworden (bin 30). Und dann gleich mehrmals. Gegenüber jemandem, der mich liebte und den ich liebe. Ich konnte diese Wut nicht aushalten und habe mich deshalb getrennt.
    Hätte ich mir vorher darüber Gedanken gemacht, wäre vielleicht alles ganz anders gekommen. :(
    Viele Grüße, Marie

  • #24

    Juli (Freitag, 01 Mai 2020 07:49)

    Hey Inga, ein toller Artikel auch noch drei Jahre später!
    Hast du denn Tipps, wie man als außenstehender den wütenden gut begleiten kann? Wenn mein sehr sensibler Mann kurz austickt und unser Baby dabei ist, finde ich das furchtbar und werde selbst so verzweifelt und weiß nicht, wie ich mich gut abgrenzen kann..

  • #25

    Inga Dalhoff (Dienstag, 12 Mai 2020 17:00)

    Liebe Juli,

    bitte entschuldige die späte Rückmeldung. Derzeit bin ich ein wenig gefordert, weil meine pflegebedürftigen Eltern viel Aufmerksamkeit brauchen. Und so komme ich oft erst mit Verzögerung dazu, die Kommentare im Blog zu beantworten.

    Erst einmal herzlichen Glückwunsch zu eurem Baby! :-)

    Dass dich die "Ausraster" deines Mannes beschäftigen, kann ich sehr gut nachvollziehen. Die unvermittelte Wut anderer kann mich auch ganz schön durcheinanderwirbeln. Und wenn zusätzlich ein kleines Kind involviert ist, dann ist das sicherlich sehr herausfordernd.

    Mir ist es oft sehr dienlich gewesen, mich in eine weißgoldene Lichtkugel des Schutzes und der Liebe zu hüllen. Egal ob ein Wutausbruch eines anderen zu erwarten ist oder nicht, es ist sehr wertvoll, wenn wir uns liebevoll vor Energien anderer, vor Energien von Orten oder vor Energien von Technik und Umwelt schützen.

    Ich hülle mich mit der Absicht in diese Lichtkugel, dass sie es vermag, nur licht- und liebevolle und mir dienliche Energien zu mir durchdringen zu lassen und von mir ausstrahlen zu lassen. So bleiben heftige Emotionen anderer draußen, es sei denn, sie gehen in Resonanz mit meinen eigenen unerlösten Emotionen und haben eine Erkenntnis im Gepäck, die ich würdigen sollte.

    Auch dein Kind kannst du in eine solche Lichtkugel hüllen - mit der Intention, dass nur liebe- und lichtvolle Energien zu ihm durchdringen mögen, die zu ihrem oder seinem höchsten göttlichen Wohle sind.

    Manche meiner Kunden finden es auch schön, sich und ihrem Kind einen Schutzstein oder ein Schutzsymbol umzuhängen. Wähle einfach, was dir dienlich und für dich und dein Kind stimmig ist. Mehr dazu findest du in meinen Artikeln zum Selbstschutz für Hochsensible: https://www.zart-stark.de/selbstschutz-f%C3%BCr-hochsensible/ | https://www.zart-stark.de/gesunder-selbstschutz-f%C3%BCr-hochsensible/ | https://www.zart-stark.de/blog/selbstschutz-abgrenzung/

    Wenn du bei oder nach einem Wutausbruch deines Mannes sehr verzweifelt bist, könnte es auch sein, dass sich einer deiner inneren Anteile entweder verantwortlich für die Harmonie zwischen euch fühlt oder dass ein Verhaltensmuster oder eine Überzeugung dazu beiträgt, dass du die Wut deines Mannes schlecht aushalten kannst. Dann wäre es wertvoll, diese Überzeugung zu finden und loszulassen.

    Manchmal kann diese Aufgabe etwas knifflig sein, und es ist hilfreich eine Beratung (z.B. bei mir ;-)) in Anspruch zu nehmen. Oder du löst deinen Glaubenssatz oder deine Verantwortlichkeit mithilfe der in meinem kostenfreien Video https://www.youtube.com/watch?v=dkLrvLY1R-U&t=2s vorgestellten "Formel" los.

    Mehr dazu kannst du auch in meinem E-Book "Lebe frei!" nachlesen und einszweifix umsetzen: https://www.inga-dalhoff.de/shop/

    Ich hoffe sehr, dass ihr einen guten Ansatz findet, in euren Familienfrieden zurückzufinden und ganz in eurer Wohlfühlkraft anzukommen. Ich drücke euch alle Daumen.

    Wenn du noch Fragen hast, dann melde dich gern nochmals hier oder lass uns telefonieren.

    Alles Liebe, lebe deine zarte Stärke, deine Inga

  • #26

    Chris87 (Dienstag, 11 August 2020 07:38)

    Hallo, danke für deinen Beitrag! Dass ist mein erster Kommentar den ich überhaupt schreibe. Dein Beitrag hat mir eine neue Erkenntnis verschafft: ich darf auch mal wütend sein! Bisher habe ich mich, wie du schon sagtest , sehr dafür geschämt! Werde versuchen auf deine Tips zu hören und besser auf mich zu achten☺

  • #27

    Inga Dalhoff (Dienstag, 11 August 2020 10:17)

    Liebe Chris / lieber Chris,

    ich fühle mich sehr geehrt, dass du hier deinen ersten Kommentar in einem Blog hinterlässt. :-) Danke dir für dein Teilen und hab viel Freude, Leichtigkeit und Erfolg beim liebevollen Achten deiner so wertvollen Gefühle.

    Alles Liebe, deine Inga