Vielbegabung bei Hochsensiblen

Wie Sie mit Ihrer Vielfältigkeit umgehen

Bild mit Seifenblasen_Fotolia_53446247_XS_Seifenblasen

Viele Hochsensible tendieren zur Vielbegabung. Sie sind neugierig, wissensdurstig, kreativ und lieben es, sich in unterschiedlichen Kontexten zu erleben. Sie haben ständig neue Ideen, möchten sich immer wieder in einem neuen Beruf oder einem neuen Projekt ausleben. Wenn ihnen eine neue Idee kommt, dann möchten sie diese nicht morgen und schon gar nicht übermorgen sondern sofort umsetzen. Und wenn sie das Gefühl haben, alles, was es in einem bestimmten Projekt für Sie zu lernen gab, gelernt zu haben, wird es ihnen schnell langweilig.

 

Dabei lässt sich bei all den vielen Ideen nicht immer ein roter Faden erkennen. Von Außen betrachtet, folgt die Kreativität von Vielbegabten, die Sie vielleicht auch unter der Bezeichnung Scanner-Persönlichkeiten kennen, keiner klaren Logik.

 

Mein Eindruck ist, dass viele Hochsensible zur Vielbegabung tendieren. Zumindest gibt es bei den Eigenschaften von Hochsensiblen und denen der Scanner-Persönlichkeiten eine große Schnittmenge.

 

Die Schattenseite der Vielbegabung

Eine Schattenseite der Vielbegabung kann die Verzettelung sein. Manch besonders kreativer Freigeist verliert sich in seinen vielfältigen Projekten und weiß nicht mehr, wo ihm der Kopf steht. Besonders dann, wenn Menschen sowohl Scanner als auch hochsensibel sind, wachsen ihnen ihre eigenen mit viel Enthusiasmus gestarteten Projekte manchmal über den Kopf. Ihre Energie zerfasert und verteilt sich auf zu viele unterschiedliche Projekte. Erschöpft schmeißen sie alles hin. Dann ist es besonders wichtig, dass sie nach einer Erholungspause nicht im gleichen Kreislauf aus Kreation und Überforderung landen.

 

Besonderes Talent ist das vernetzte Denken

Ein besonderes Talent von Hochsensiblen und Vielbegabten ist hingegen die Fähigkeit zu vernetztem Denken. Eine äußerst nützliche Begabung in Zeiten von Globalisierung und zunehmender Komplexität.

 

Kollision mit gesellschaftlichen Werten

In einer Gesellschaft, in der Zielstrebigkeit und Spezialisierung gefördert und belohnt werden, haben es Vielbegabte jedoch schwer.

 

Schon in der Schule werden viele von ihnen gedrängt, sich doch endlich einmal auf ein Thema zu konzentrieren. Mit ihren vielfältigen Interessen werden sie als sprunghaft oder sogar oberflächlich betrachtet und damit abgewertet.

 

Im Berufsleben tut sich manch ein Arbeitgeber schwer mit Vielbegabten. Auch im familiären Umfeld kann die Begeisterungsfähigkeit und Kreativität der Scanner zu Verwirrung und Widerstand führen. Und selbständig tätige Freigeister werden von ihren Kunden trotz ihres breitgefächerten Wissens oft nicht als ernstzunehmende Experten wahrgenommen. Denn auch sie haben unser Schulsystem durchlaufen und verinnerlicht: Nur ein Spezialist ist ein wahrer Kenner seines Fachs.

 

Selbstbeschränkung macht Krank

Kommt ein Vielbegabter angesichts von so viel Gegenwind nun auf die Idee, sich in seinen vielfältigen Interessen zu bremsen, wird er todunglücklich sein. Denn gerade seine Vielfältigkeit macht ihn aus. Ohne sie würde er oder sie verdorren wie eine Pflanze ohne Wasser, würde sich im wahrsten Sinne des Wortes zu Tode langweilen.

 

Es ist also wichtig, dass Scanner-Persönlichkeiten einen Weg finden, die eigene Vielfältigkeit auszuleben, ohne sich zu überfordern, sich zu verzetteln und ohne sich ständig am Umfeld zu reiben.

 

Begleitung

Obwohl Scanner Alleskönner sind, ist es an dieser Stelle sehr hilfreich, sich eine Beratung oder Begleitung zu suchen. Ich selbst zähle mich zu den hochsensiblen Scannern und bremse mich äußerst ungern in meinem Schaffensdrang. Dennoch musste ich lernen, nicht jedem Impuls nachzugehen, um nicht nach einiger Zeit in der immer gleichen Zerfaserung und Erschöpfung zu landen. So wie mir der ungezwungene Austausch mit hochsensiblen und vielbegabten Menschen wertvoll ist, um mich selbst besser zu verstehen, so nehme ich dann und wann gern auch den Rat einer Kollegin oder eines Mentors in Anspruch.

 

Wenn auch Sie sich Unterstützung wünschen – Sie wissen ja, wo Sie mich finden! :-)

 

Herzliche Grüß

Ihre Inga Dalhoff

 

Kommentar schreiben

Kommentare: 0