Warum das Teamplaying so wichtig für Hochsensible ist

Wie Sie Ihre zart starken Teams zusammenstellen

Darstellung unterschiedlicher Enneagramm-Charaktäre

Hochsensiblen oder feinfühligen Unternehmern wie Angestellten ist ein achtsames und für alle förderliches Miteinander in Teams besonders wichtig. Denn Ungerechtigkeiten, Disharmonien und Konflikte sind für sie sehr anstrengend und kräftezehrend. Länger anhaltende Schieflagen in Teams erschöpfen früher oder später alle Mitarbeiter. Hochsensible erreichen ihre Grenzen allerdings deutlich früher und sind nicht selten diejenigen, die zuerst ausbrennen oder erkranken.

 

Kurzum: Für Hochsensible ist das "Wie", sprich die Atmosphäre, das Miteinander am Arbeitsplatz mindestens genauso wichtig wie das "Was", sprich ihre eigentliche Tätigkeit, ihr Aufgabengebiet.

Bewusste Zusammenstellung & Schulung von Teams

Bezieht man bei der Zusammenstellung und der Schulung der Teams Typologisierungsmodelle wie z.B. das Enneagramm mit ein, kann das die Teamkultur positiv beeinflussen.
Wenn alle einander für ihre Stärken wertschätzen und mit den jeweiligen Skurrilitäten umgehen können, ist das Miteinander harmonischer und produktiver.

 

Selbsterkenntnis bewahrt vor dem Ausbrennen

Abgesehen davon ist es sehr wertvoll, wenn sich jedes Teammitglied der eigenen Stärken, Lernaufgaben, Motivationen, Karriere- und Lebensziele bewusst ist. Denn, wer für die Erfüllung der eigenen Bedürfnisse eigenverantwortlich einsteht, ist glücklicher, gesünder, bringt sich begeisterter ein und trägt in Leichtigkeit zum Erfolg des Teams bei.

 

Menschenkenntnis entschärft Konflikte

Sind Sie selbst Unternehmer und stehen vor der Frage, wie Sie ein produktives und wertschätzendes Miteinander in Ihren Teams etablieren? Oder sind Sie in einem Unternehmen tätig, das (noch) keine Teamkultur in Ihrem Sinne pflegt?

Dann machen Sie den Anfang und machen sich eigeninitiativ mit möglichen Charaktertypen vertraut. Das wird zumindest Ihnen selbst dienen und Sie dabei unterstützen, sich selbst und Ihre Kollegen noch besser zu verstehen und stressfreier mit ihnen umzugehen.

 

Viele für mich anstrengende Missverständnisse in Teams entstanden dadurch, dass ich, wie viele andere Hochsensible auch, von mir auf andere schloss. Ich verstand mein Gegenüber einfach nicht. Das lag zum einen daran, dass ich mir meiner eigenen Hochsensibilität und der damit zusammenhängenden Besonderheiten und Spürigkeiten (die eben auf die meisten anderen nicht zutrafen) nicht bewusst war. Zum anderen lagen viele Unstimmigkeiten aber auch darin begründet, dass mein Gegenüber völlig andere Grundmotivationen, Bedürfnisse, Arbeitsweisen und Sehnsüchte hatte als ich.

 

Tipps für den Umgang mit unterschiedlichen Menschen

Mir hat es deshalb sehr geholfen, mich mit dem Enneagramm als Typologisierungsmodell zu beschäftigen. Dieses Modell ist sehr komplex und lädt zu vielen Prozessen der Selbsterkenntnis ein.

 

Im folgenden lesen Sie einige stark vereinfachte und beispielhafte Anregungen, wie Sie als Unternehmer, Führungskraft oder Teammitglied mit verschiedenen Persönlichkeitstypen umgehen können. Bzw. welche eigenen Stärken und Lernaufgaben Sie in das Team mit einbringen.

 

1 Perfektionisten

Do's and don'ts: Vermeiden Sie Chaos, Indiskretion, Regelbrüche, emotionsgeladene Gespräche, schenken Sie Struktur, Wertschätzung und Feingefühl.

 

Selbsterkenntnis: Sollten Sie selbst PerfektionistIn sein, erläutern Sie Ihre Bedürfnisse nach Ordnung, Struktur und Absprache und tragen Sie selbst dafür Sorge, diese Qualitäten im Team zu hüten, denn das ist Ihre Stärke! Eine mögliche Lernaufgabe ist es für Sie, die Dinge auch einmal leicht und mit Humor zu nehmen, fünfe gerade sein zu lassen und nicht ganz perfekte Ergebnisse zu erzielen. 100 % ist nicht machbar, geben Sie sich mit 80 % zufrieden.

 

2 Helfer

Do's and don'ts: Mit einer HelferIn haben Sie eine echte Arbeitsbiene in ihrem Team. Die braucht allerdings Wertschätzung, herzliche Begegnungen, ein achtsames Miteinander und blüht richtig auf, wenn ihr Rat gefragt ist.

 

Selbsterkenntnis: Sind Sie selbst die HelferIn in Ihrem Team? Dann fordern Sie die Ihnen gebührende Wertschätzung durchaus ein, damit Sie motiviert bleiben und Ihrem Team weiterhin eine so wertschätzende und warmherzige Atmosphäre schenken können. Achten Sie allerdings die Bedürfnisse anderer und helfen Sie nicht, um des Helfens willen, sondern nur, wenn es für den einzelnen und das Team auch hilfreich ist.

 

3 Erfolgsmenschen

Do's and don'ts: Haben Sie einen Erfolgsmenschen im Team? Er erwacht zu Höchstleistung, wenn er Verantwortung trägt, schnell, effizient und zielsicher handeln kann und Anerkennung für seine Leistung bekommt.

 

Selbsterkenntnis: Wenn Sie selbst ein Erfolgsmensch sind, dann versuchen Sie auch Verständnis für die „langsameren" Teammitglieder und deren Kompetenzen aufzubringen. Auch diese KollegInnen bringen Wertvolles für den Erfolg ein, nur eben auf ihre Weise.

 

4 Individualisten & Kreative

Do's and don'ts: Was tun, wenn Sie eine IndividualistIn, eineN KreativeN im Team haben? Schenken Sie ihnen Raum für ihre Individualität, Kreativität & Tiefgang, pressen Sie sie in keine Form und geben Sie ihnen nicht das Gefühl schwierig zu sein.

 

Selbsterkenntnis: Sie sind selbst IndividualistIn? Dann verlieren Sie sich nicht allzu sehr in der Tiefe eines Projektes oder der emotionalen Lage des Teams, wenn dies nicht gefordert ist. Und schenken Sie anderen die Präsenz und Aufmerksamkeit, die Sie sich selbst wünschen. Auch, wenn die KollegInnen vielleicht schneller zum Ziel kommen wollen und weniger tief in die Problematiken einsteigen wollen.

 

5 Analytiker

Do's and don'ts: AnalytikerInnen im Team schenken sachlichen, objektiven Rat. Sie mögen es allerdings nicht, bedrängt zu werden oder mit unfundiertem Geplauder aufgehalten zu werden.

 

Selbsterkenntnis: Wenn Sie die AnalytikerIn Ihres Teams sind, dann sorgen Sie höflich dafür, dass Ihre Distanzwünsche geachtet werden. Ihre Stärke ist es, Dinge sachlich zu betrachten und gute Lösungen zu kreieren. Bringen Sie Geduld für diejenigen auf, die emotionaler und kreativer an die Dinge herangehen wollen. Diese Teammitglieder könnten sich von Ihrer kühlen Betrachtung der Dinge nicht abgeholt fühlen.

 

6 Skeptiker & Bedenkenträger

Do's and don'ts: Wie mit SkeptikerInnen und BedenkenträgerInnen umgehen? Nehmen Sie ihre Bedenken ernst, argumentieren Sie seriös, ehrlich und vollumfänglich. Verzichten Sie auf platte Beschwichtigungen und verschweigen Sie nichts.

 

Selbsterkenntnis: Als SkeptikerIn oder BedenkenträgerIn sind Sie das perfekte Frühwarnsystem für Ihr Team. Ihre wachsame Beobachtungsgabe hilft, Probleme frühzeitig zu identifizieren. Blockieren Sie allerdings nicht den Fortschritt. Und lernen Sie, den KollegInnen und ihren Kompetenzen zu vertrauen.

 

7 OpTimisten

Do's and don'ts: OptimistInnen & LebensbejaherInnen beflügeln jedes Team mit "Good Vibrations" und ihrem Ideenreichtum. Sie mögen allerdings keine Schwarzmalerei und ein "Geht nicht" gibt's nicht.

 

Selbsterkenntnis: Zählen Sie sich zu den OptimistInnen? Lieben Sie die schönen Dinge des Lebens und können jeder Situation, sei sie auch noch so schwierig, etwas Gutes abgewinnen? Dann schenken Sie Ihrem Team jede Menge positive Energie und können die KollgeInnen auch in schwierigen Situationen aufbauen. Sie sollten sich allerdings auch für die detailltiefe Betrachtung der Dinge z.B. durch die SkeptikerInnen, IndividualistInnen und PerfektionistInnen öffnen können.

 

8 The Boss

Do's and don'ts: Ein Boss im Team kann schwierig sein. Begegnen Sie ihm stets auf Augenhöhe, beweisen Sie Stärke und Haltung, weichen Sie nicht aus und bleiben Sie stets sachlich, auch bei Provokationen.

 

Selbsterkenntnis: Sie sind selbst Boss? Dann schenken Sie gerade den unsicheren Teammitgliedern viel Halt und können in schwierigen Situationen die Ärmel hochkrempeln und die Dinge souverän und gerecht regeln. Achten Sie allerdings auch die Teammitglieder, die Distanz und Zartgefühl wertschätzen. Für diejenigen ist es nämlich außerordentlich anstrengend, Ihnen standhalten zu müssen und Ihre Provokationen nicht übel zu nehmen. Und ihr VorgesetzteR schätzt es auch nicht immer, wenn Sie seine Position einnehmen.

 

9 Vermittler

Do's and don'ts: Glücklich kann sich schätzen, wer eine VermittlerIn im Team hat, denn die sorgt uneigennützig für ein gutes Klima. Druck, Zwang, Unfreundlichkeit, Ungerechtigkeit, Schaumschlägerei & Egoismus mag sie allerdings gar nicht.

 

Selbsterkenntnis: Als VermittlerIn schenken Sie Ihrem Team jede Menge Harmonie und gerechte Wertschätzung. Allerdings können Sie Gefahr laufen, vor lauter Uneigennützigkeit unterzugehen. Oder Sie ziehen sich unter Druck vollkommen zurück und verweigern sich. Für Sie ist es besonders wichtig, Ihre eigenen Bedürfnisse zu erkennen, zu achten und für sie einzustehen.

 

Ich hoffe, die ein oder andere wertvolle Erkenntnis war für Sie dabei?! Ich bin gespannt auf Ihre Rückmeldung!

 

Herzliche Grüße,

Ihre Inga Dalhoff

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