Warum das Teamplaying so wichtig für Hochsensible ist

9 Charaktertypen: Warum manche Kollegen für dich "schwierig" sein können

Foto von Pinguinen

Hochsensiblen oder feinfühligen Unternehmern wie Angestellten ist ein achtsames und für alle förderliches Miteinander in Teams besonders wichtig. Denn Ungerechtigkeiten, Disharmonien und Konflikte sind für sie sehr anstrengend und kräftezehrend. Länger anhaltende Schieflagen in Teams erschöpfen früher oder später alle Mitarbeiter. Hochsensible erreichen ihre Grenzen allerdings deutlich früher und sind nicht selten diejenigen, die zuerst ausbrennen oder erkranken.

 

Kurzum: Für Hochsensible ist das "Wie", sprich die Atmosphäre, das Miteinander am Arbeitsplatz mindestens genauso wichtig wie das "Was", sprich ihre eigentliche Tätigkeit, ihr Aufgabengebiet.

Damit das WIE gelingt, kommt hier die Vorstellung von 9 Charakteren, ihren Stärken und Lernaufgaben und warum sie echte Nervensägen und gleichzeitig ein großer Gewinn fürs Team sein können. ;-)

 

Bewusste Zusammenstellung & Schulung von Teams

Bezieht man bei der Zusammenstellung und der Schulung der Teams Typologisierungsmodelle wie z.B. das Enneagramm mit ein, kann das die Teamkultur positiv beeinflussen.
Wenn alle einander für ihre Stärken wertschätzen und mit den jeweiligen Skurrilitäten umgehen können, ist das Miteinander harmonischer und produktiver.

 

Selbsterkenntnis bewahrt vor dem Ausbrennen

Abgesehen davon ist es sehr wertvoll, wenn sich jedes Teammitglied der eigenen Stärken, Lernaufgaben, Motivationen, Karriere- und Lebensziele bewusst ist. Denn, wer für die Erfüllung der eigenen Bedürfnisse eigenverantwortlich einsteht, ist glücklicher, gesünder, bringt sich begeisterter ein und trägt in Leichtigkeit zum Erfolg des Teams bei.

 

Menschenkenntnis entschärft Konflikte

Bist du vielleicht (hochsensibler) Unternehmer und stehst vor der Frage, wie du ein produktives und wertschätzendes Miteinander in deinen Teams oder mit deinen Kooperationspartnern etablierst?

Oder bist du selbst Teammitglied und stößt beim Umgang mit einigen Kollegen an deine Grenzen? 

 

Dann wird dir die folgende Vorstellung verschiedener Charaktertypen (in Anlehnung an das Enneagramm) möglicherweise Aha-Erlebnisse bescheren. Dir Erkenntnisse über deine eigenen Eigenarten oder aber bezüglich der Charakterzüge deiner unliebsamen Kollegen schenken.

 

Mögen dich die Skizzierungen der Charaktere dabei unterstützen, dich selbst und deine Kollegen noch besser zu verstehen und stressfreier mit ihnen umzugehen! :-)

 

Übrigens: Viele für mich anstrengende Missverständnisse in Teams entstanden dadurch, dass ich, wie viele andere Hochsensible auch, von mir auf andere schloss. Ich dachte, alle meine Kollegen müssten doch über die gleiche Wahrnehmungswelt verfügen wie ich und verstand nicht, wie meine Kollegen unter diesen Umständen handeln konnten wie sie es taten.

 

Das lag zum einen daran, dass ich mir meiner eigenen Hochsensibilität und der damit zusammenhängenden Besonderheiten und Spürigkeiten (die eben auf die meisten anderen nicht zutrafen) nicht bewusst war. Zum anderen lagen viele Unstimmigkeiten aber auch darin begründet, dass mein Gegenüber (abgesehen von der nicht geteilen Hochsensibilität) völlig andere Grundmotivationen, Bedürfnisse, Arbeitsweisen und Sehnsüchte hatte als ich.

 

Tipps für den Umgang mit unterschiedlichen Menschen

Mir hat es deshalb sehr geholfen, mich mit dem Enneagramm als Typologisierungsmodell zu beschäftigen. Dieses Modell ist sehr komplex und lädt zu vielen Prozessen der Selbsterkenntnis ein.

 

Im folgenden findest du einige sehr stark vereinfachte und beispielhafte Anregungen, wie du als UnternehmerIn, Führungskraft oder Teammitglied mit verschiedenen Persönlichkeitstypen umgehen kannst. Bzw. welche eigenen Stärken und Lernaufgaben du in das Team mit einbringst.

 

1 Perfektionisten

Do's and don'ts: Vermeide Chaos, Indiskretion, Regelbrüche, emotionsgeladene Gespräche, schenke Struktur, Wertschätzung und Feingefühl.

 

Selbsterkenntnis: Solltest du selbst PerfektionistIn sein, erläutere deine Bedürfnisse nach Ordnung, Struktur und Absprache und trage selbst dafür Sorge, diese Qualitäten im Team zu hüten, denn das ist deine Stärke! Eine mögliche Lernaufgabe ist es für dich, die Dinge auch einmal leicht und mit Humor zu nehmen, fünfe gerade sein zu lassen und nicht ganz perfekte Ergebnisse zu erzielen. 100 % ist nicht machbar, gib dich mit 80 % zufrieden. Sehr wahrscheinlich sind dein 80 % ohnehin die 100 % von anderen. ;-)

 

2 Helfer

Do's and don'ts: Mit einer HelferIn hast du eine echte Arbeitsbiene in deinem Team. Die braucht allerdings Wertschätzung, herzliche Begegnungen, ein achtsames Miteinander und blüht richtig auf, wenn ihr Rat gefragt ist.

 

Selbsterkenntnis: Bist du selbst die HelferIn in deinem Team? Dann forder die dir gebührende Wertschätzung durchaus ein, damit du motiviert bleibst und deinem Team weiterhin eine so wertschätzende und warmherzige Atmosphäre schenken kannst. Achte allerdings die Bedürfnisse anderer und hilf nicht, um des Helfens willen, sondern nur, wenn es für den einzelnen und das Team auch wirklich hilfreich ist bzw. wenn deine Hilfe gefragt oder erbeten ist.

 

3 Erfolgsmenschen

Do's and don'ts: Hast du einen Erfolgsmenschen im Team? Er erwacht zu Höchstleistung, wenn er Verantwortung trägt, schnell, effizient und zielsicher handeln kann und Anerkennung für seine Leistung bekommt.

 

Selbsterkenntnis: Wenn du selbst ein Erfolgsmensch bist, dann versuche auch Verständnis für die „langsameren" Teammitglieder und deren Kompetenzen aufzubringen. Auch diese KollegInnen bringen Wertvolles für den Erfolg ein, nur eben auf ihre Weise.

 

4 Individualisten & Kreative

Do's and don'ts: Was tun, wenn du eine IndividualistIn, eineN KreativeN im Team hast? Schenke ihnen Raum für ihre Individualität, Kreativität & ihren Tiefgang, presse sie in keine Form und gib ihnen auf keinen Fall das Gefühl schwierig zu sein (auch wenn sie das aus dem Blickwinkel anderer Charaktertypen durchaus sein können ;-)).

 

Selbsterkenntnis: Bist du selbst IndividualistIn? Dann verliere dich nicht allzu sehr in der Tiefe eines Projektes oder der emotionalen Lage des Teams, wenn dies nicht gefordert ist. Und schenke anderen die Präsenz und Aufmerksamkeit, die du dir selbst wünschst. Auch, wenn die KollegInnen vielleicht schneller zum Ziel kommen wollen und weniger tief in die Problematiken einsteigen wollen als du es dir wünschst.

 

5 Analytiker

Do's and don'ts: AnalytikerInnen im Team schenken sachlichen, objektiven Rat. Sie mögen es allerdings nicht, bedrängt zu werden oder mit unfundiertem Geplauder aufgehalten zu werden.

 

Selbsterkenntnis: Wenn du die AnalytikerIn deines Teams bist, dann sorge höflich dafür, dass deine Wünsche nach Distanz und Fachlichkeit geachtet werden. Deine Stärke ist es, Dinge sachlich zu betrachten und gute Lösungen zu kreieren. Bringe Geduld für diejenigen auf, die emotionaler und kreativer an die Dinge herangehen wollen. Diese Teammitglieder könnten sich von deiner kühlen Betrachtung der Dinge nicht abgeholt fühlen, ja, dir sogar Gefühllosigkeit oder Arroganz vorwerfen.

 

6 Skeptiker & Bedenkenträger

Do's and don'ts: Wie mit SkeptikerInnen und BedenkenträgerInnen umgehen? Nimm ihre Bedenken unbedingt ernst, argumentiere seriös, ehrlich und vollumfänglich. Verzicht auf platte Beschwichtigungen und verschweige nichts.

 

Selbsterkenntnis: Als SkeptikerIn oder BedenkenträgerIn bist du das perfekte Frühwarnsystem für dein Team. Deine wachsame Beobachtungsgabe hilft, Probleme frühzeitig zu identifizieren. Blockiere allerdings nicht den Fortschritt. Und lerne, den KollegInnen und ihren Kompetenzen zu vertrauen.

 

7 Optimisten

Do's and don'ts: OptimistInnen & LebensbejaherInnen beflügeln jedes Team mit "Good Vibrations" und ihrem Ideenreichtum. Sie mögen allerdings keine Schwarzmalerei und ein "Geht nicht" gibt's nicht.

 

Selbsterkenntnis: Zählst du dich zu den OptimistInnen? Liebst du die schönen Dinge des Lebens und kannst jeder Situation, sei sie auch noch so schwierig, etwas Gutes abgewinnen? Dann schenkst du deinem Team jede Menge positive Energie und kannst die KollgeInnen auch in schwierigen Situationen aufbauen. Du solltest dich allerdings auch für die detailltiefe Betrachtung der Dinge z.B. durch die SkeptikerInnen, IndividualistInnen und PerfektionistInnen öffnen können.

 

8 The Boss

Do's and don'ts: Ein Boss im Team kann schwierig sein. Begegne ihm stets auf Augenhöhe, beweise Stärke und Haltung, weiche nicht aus und bleibe stets sachlich, auch bei Provokationen.

 

Selbsterkenntnis: Bist du selbst Boss? Dann schenkst du gerade den unsicheren Teammitgliedern viel Halt und kannst in schwierigen Situationen die Ärmel hochkrempeln und die Dinge souverän und gerecht regeln. Achte allerdings auch die Teammitglieder, die Distanz und Zartgefühl wertschätzen. Für diejenigen ist es nämlich außerordentlich anstrengend, dir  standhalten zu müssen und deine Provokationen nicht übel zu nehmen. Und dein VorgesetzteR schätzt es auch nicht immer, wenn du ihm seine Position streitig machst.

 

9 Vermittler

Do's and don'ts: Glücklich kann sich schätzen, wer eine VermittlerIn im Team hat, denn die sorgt uneigennützig für ein gutes Klima. Druck, Zwang, Unfreundlichkeit, Ungerechtigkeit, Schaumschlägerei & Egoismus mag sie allerdings gar nicht.

 

Selbsterkenntnis: Als VermittlerIn schenkst du deinem Team jede Menge Harmonie und gerechte Wertschätzung. Allerdings kannst du Gefahr laufen, vor lauter Uneigennützigkeit unterzugehen. Oder du ziehst dich unter Druck vollkommen zurück und verweigerst dich. Für dich ist es besonders wichtig, deine eigenen Bedürfnisse zu erkennen, zu achten und für sie einzustehen.

 

Ich hoffe, die ein oder andere wertvolle Erkenntnis war für dich dabei?! Ich bin gespannt auf deine Rückmeldung!

 

 

Lebe deine zarte Stärke!

Alles Liebe, deine Inga

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