Warum die Berufswahl für Hochsensible so schwierig ist

Selbständigkeit als Chance für Hochsensible?

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Ich selbst zähle mich zu den Hochsensiblen mit allen Licht- und Schattenseiten und habe in den vergangenen Jahren eine Entdeckungsreise zu mir selbst machen dürfen. Anlass waren das Gefühl völligen Ausgebranntseins im Angestelltenverhältnis und mein Start in die Selbständigkeit. Das Geschenk dieser fortwährenden Entdeckungsreise war und ist die Wiederentdeckung der besonderen Stärken und Geschenke, die in meiner Hochsensibilität liegen.

 

Hochsensible Angestellte

Inzwischen habe ich viele Hochsensible bei beruflichen Veränderungen und beim Start in die Selbständigkeit begleiten dürfen. Mein Eindruck ist, dass sich Hochsensible deutlich schwerer mit der Berufswahl tun als Normalsensible. Denn alles, mit dem sie viel Zeit verbringen, hat eine besonders starke Auswirkung auf ihr Wohlbefinden. Es gelingt ihnen nicht so leicht, ungute Stimmung, inkompetente Kollegen und Vorgesetzte oder fragwürdige Geschäftspraktiken zu "übersehen". Sie nehmen Missstände mit nach Hause, machen sie sich zu eigen und arbeiten sich mitunter an ihnen auf. Das macht sie mit der Zeit bei der Jobsuche sehr wählerisch. Und das ist gut so!

 

Dennoch habe ich auch viele Hochsensible getroffen, die außerordentlich gern im Angestelltenverhältnis arbeiten. Das schenkt ihnen Sicherheit und einen vertrauten Rahmen. Viele Hochsensible haben eine beachtliche Karriere hingelegt und verantwortungsvolle Führungspositionen übernommen.

 

Besonders wichtig scheint es hochsensiblen Angestellten allerdings zu sein,

 

1 dass sie sehr eigenverantwortlich arbeiten können,
2 dass sie einer sinnvollen Tätigkeit nachgehen können,
3 dass sie in einer für sie stimmigen, achtsamen Atmosphäre arbeiten können,
4 dass das Team einigermaßen harmonisch und konstruktiv zusammenarbeitet
5 und dass die Werte, die das Unternehmen nach außen trägt, mit den ihren übereinstimmen und ehrlich gelebt werden.

 

Hochsensible in der Selbständigkeit

Von Gründern und selbständigen Hochsensiblen habe ich hingegen immer wieder große Begeisterung über den mit der Selbständigkeit neu gewonnenen Freiraum vernommen.

 

Mit der Selbständigkeit waren aber Ängste verbunden. Z.B. die Angst, ob man als HochsensibleR den Anforderungen einer Selbständigkeit überhaupt gewachsen ist. Ob man mit finanziellen Schwankungen umzugehen vermag und und und.

 

Da sich Hochsensible schnell in komplexe Zusammenhänge einarbeiten können, fällt ihnen der Start in eine Selbständigkeit nicht unbedingt schwer. Doch sie haben im unternehmerischen Alltag besondere Herausforderungen zu meistern. Da sie mehr Regenerationszeiten benötigen, sollten sie z.B.

 

1 einen höheren Stundensatz anrechnen,
2 mehr Pufferzeiten einplanen,
3 sich sehr regelmäßig Gutes tun,
4 erfolgsbremsende Überzeugungen, andersartig, weniger leistungsfähig oder nicht belastbar zu sein, zügig ausräumen
5 und ihre Hochsensibilität als ihr Arbeitswerkzeug pflegen, stärken und achten lernen.

 

Mehr dazu finden Sie in meinem Artikel "Die häufigsten Glaubenssätze Hochsensibler".

 

Herzliche Grüße,

Ihre Inga Dalhoff

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