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Das bunte Leben Hochsensibler

Hör auf, dich spezialisieren zu wollen - Tipps für Scanner

Foto eines bunt bemalten Gesichts

In letzter Zeit durfte ich wieder mehr Hochsensible in Beruf und Selbstständigkeit begleiten und war unfassbar begeistert von deren vielfältigen Kompetenzen, Begabungen und kreativer Gestaltungslust. 

 

Die meisten Hochsensiblen erlebe ich als Vielbegabte, als sogenannte Scanner-Persönlichkeiten. Als Menschen mit dem Talent zu vernetztem Denken und einfühlsamen Handeln. Als außergewöhnlich kreative Personen, deren reger Geist schnell ermüdet, wenn er sich in zu vielen Routinen wiederfindet. 

 

Auch ich brauche eine große Vielfalt in meinem Leben. Liebe es, mich in unterschiedlichsten Kontexten und Projekten zu erleben und auf diesem Weg viel über mich zu lernen. Deshalb ist für mich persönlich der Schritt in meine Selbstständigkeit 2003 der wertvollste meines Lebens gewesen. Nichts für jedeN HochsensibleN. Doch eines ist für wohl die meisten Hochsensiblen wichtig: Die Möglichkeit, ihre vielfältigen Talente auszuleben und sinnvoll einzusetzen.

 

Zwischen Lebendigkeit und Enge

In diesem Jahr jongliere ich wieder einmal mit vielen Projekten. Das erfordert besondere Achtsamkeit, um eine gesunde Balance zu halten. Nicht immer gelingt mir das. Und so manches mal bremse ich mich mit einem Zuviel an Tun - sei es auch noch so beflügelnd, nährend und befriedigend - selbst aus. Manchmal bleiben keine Reserven für Unerwartetes. So geschehen in diesem Sommer, in dem ich einfach nur noch platt war und dringend Zeit benötigte, um all meine auf verschiedene Projekte und familiären Herausforderungen verteilte Energie zu bündeln, Erfahrungen nachzubereiten und innerlich mitzuwachsen. Mehr darüber kannst du in meinem SpiritualLifeBlog-Artikel "Spirituelle Erschöpfung" nachlesen.

 

Und doch kann und will ich nicht auf meine Vielfalt verzichten. Während mir einige Rituale und kleine Routinen im Alltag Halt schenken, gibt mir ein Zuviel von beidem schnell das Gefühl von Enge, Langeweile und dem Absterben meiner Lebendigkeit. In einer Gesellschaft, in der Spezialisierung mit Kompetenz gleichgesetzt und belohnt wird, ist ein vielfältig begabter und interessierter Mensch schnell dem Vorurteil von Oberflächlichkeit ausgesetzt.

 

Aber wenn ich eines nicht bin, dann oberflächlich! Ich liebe es, mich in Dinge hineinzufuchsen. Freilich nicht in der rein geistigen Tiefe wie sie die Wissenschaft liebt. Vielmehr in einer empfundenen, erfahrenen und gefühlten Tiefe und in größeren Sinnzusammenhängen. Ich muss die Dinge erspüren, erfassen, erfahren, von allen Seiten beleuchten und betrachten, ihren Auswirkungen nachspüren.

 

Die eigene Vielfalt zu beschneiden, ist seelischer Selbstmord

Auch in der Begleitung Hochsensibler bei ihrer Familiengestaltung, ihrer Berufsplanung oder der Ausrichtung ihrer Selbstständigkeit stoße ich auf diese unbändige Lust an der Vielfalt. Sie zu beschneiden, wäre seelischer Selbstmord. Sie auszuleben ist maximal befreiend. Sie so zu kommunizieren, dass sie vom Gegenüber verstanden wird, das ist gerade für selbstständige Hochsensible eine Kunst für sich. Hat man allerdings den roten, einenden Faden allen Tuns und Seins, der meist in der inneren Haltung und den Werten begründet liegt, gefunden und kommuniziert, ist die Vielfalt plötzlich kein Hemmnis mehr, sondern die einzigartige Stärke der Person.

 

Hochsensible geben immer alles

Nur verzetteln, dürfen wir uns dabei nicht. ;-) Denn, so erlebe ich es gleichermaßen an mir und an meinen KundInnen, wir geben in all unsere Projekte unser ganzes Herzblut. Wir geben viel. Und wenn wir etwas machen, dann richtig. Dann soll alles Hand und Fuß haben.

 

Das macht Hochsensible zu wundervollen MitarbeiterInnen, Führungskräften und Selbstständigen. Das bedeutet aber auch, dass wir gut auf uns achten müssen, um uns nicht auszuarbeiten. Dass wir uns regelmäßig sammeln dürfen und uns unsere Auszeiten gönnen. Dass wir unsere Leistungen wertschätzen und akzeptieren, dass wir unser eigenes Tempo haben. Dass wir das Leben genießen und jeden Schritt achtsam tun.

 

Doch wenn uns das gelingt, sind wir nicht mehr aufzuhalten. Dann können wir unsere Vielfalt als unser einzigartiges Geschenk genießen und feiern. Dann können wir unseren ureigenen Weg gehen. Voller Freude und in großer Erfüllung. Oder was meinst du?

 

Lebe deine zarte Stärke!

Deine Inga

 

PS: Vielleicht auch interessant für dich: "Warum die Berufswahl für Hochsensible so knifflig ist"

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