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Selbstüberhöhung als Schutz vor Verletzung - Gefahr für Hochsensible

Wie aus "Ich bin nicht Richtig" Selbstüberhöhung entstehen kann

Foto von Inga Dalhoff und "Super-Woman"

Hochsensibilität ist eine besondere Gabe. Menschen mit einer feinen Wahrnehmung spüren Stimmungen intensiver, erkennen Zwischentöne schneller und haben oft einen ausgeprägten Sinn für Ästhetik, Empathie und Hintergründiges.

 

Doch genau diese Stärken werden uns oft als Schwächen vorgehalten. Wir erleben uns als nicht richtig oder fehl am Platz.

 

Wenn wir dann unsere Stärken endlich erkennen, kann es passieren, dass wir uns ein Stück weit überhöhen. 

 

Und ja, auch ich kenne dieses Empfinden und durfte lernen wie einsam es macht und wie unangemessen es ist. ;-)


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Was bedeutet Selbstüberhöhung überhaupt?

Selbstüberhöhung beschreibt die Tendenz, sich selbst – bewusst oder unbewusst – über andere zu stellen. Nicht unbedingt laut oder arrogant, sondern oft subtil: durch Gedanken wie


„Ich sehe mehr als die anderen“ oder
„Ich bin tiefer, bewusster, empfindsamer.“

 

Für hochsensible Menschen kann diese Haltung besonders verlockend sein. Schließlich erleben sie die Welt tatsächlich intensiver als viele andere. Das ist real. Aber daraus entsteht leicht eine gedankliche Schieflage: Intensität wird mit Überlegenheit verwechselt.


Warum gerade Hochsensible gefährdet sind

Viele Hochsensible haben sich lange „anders“ gefühlt. Vielleicht unverstanden, überfordert oder fehl am Platz. Wenn sie dann entdecken, dass ihre Wahrnehmung einen Namen hat – Hochsensibilität – kann das eine enorme Erleichterung sein. 

Endlich ergibt alles Sinn.

 

Doch genau hier liegt der Kipppunkt:
Aus „Ich bin anders“ wird schnell „Ich bin besonders“ – und manchmal sogar „Ich bin mehr“.

 

Das ist menschlich. Es ist ein Versuch, alte Verletzungen auszugleichen. Wer sich lange fehl am Platz gefühlt hat, möchte irgendwann seinen Platz nicht nur finden, sondern sichern.


Die stillen Anzeichen von Selbstüberhöhung

Selbstüberhöhung zeigt sich selten offensichtlich. Sie versteckt sich oft hinter scheinbar positiven Gedanken:

  • Ein inneres Abgrenzen von „weniger bewussten“ Menschen
  • Ungeduld gegenüber Menschen, die „nicht so tief gehen“
  • Das Gefühl, emotional oder moralisch weiter entwickelt zu sein
  • Eine gewisse Einsamkeit, gepaart mit dem Gedanken: „Mich versteht sowieso kaum jemand wirklich“

Diese Haltung schützt kurzfristig das Selbstwertgefühl – isoliert aber langfristig.


Die eigentliche Gefahr

Die größte Gefahr ist nicht Arroganz.
Die größte Gefahr ist Trennung.

Denn Selbstüberhöhung trennt:

  • von anderen Menschen
  • von echter Begegnung
  • und letztlich auch von sich selbst

Warum? Weil sie auf einem inneren Vergleich basiert. Und wo Vergleich ist, entsteht Distanz.

 

Hochsensibilität lebt aber eigentlich von harmonischem Miteinander nicht von Trennungsgedanken.


Der schmale Grat: Selbstwert versus Überhöhung

Es ist wichtig, den eigenen Wert zu erkennen. Hochsensibilität ist keine Schwäche – im Gegenteil. Doch gesunder Selbstwert fühlt sich anders an als Selbstüberhöhung:

  • Selbstwert sagt: „Ich bin okay, so wie ich bin.“
  • Selbstüberhöhung sagt: „Ich bin besser als andere.“

Der Unterschied ist leise, aber entscheidend.


Wie man wieder in Balance kommt

Der Weg raus ist kein harter Bruch, sondern ein sanftes Nachjustieren:

 

1. Ehrliche Selbstreflexion
Sich fragen: Trennt mich dieser Gedanke von anderen – oder verbindet er mich?

2. Gemeinsames Menschsein anerkennen
Ja, du nimmst anders wahr. Aber andere fühlen, denken und erleben auch – nur auf ihre Weise.

 

3. Neugier statt Bewertung
Statt innerlich zu urteilen, lieber fragen: Was kann ich von dieser Person lernen?
 

4. Demut kultivieren
Nicht im Sinne von „klein machen“, sondern im Sinne von: Ich bin Teil eines größeren Ganzen.

 

5. Heilung der eigenen inneren Wunden, der Ideen von "Nicht richtig sein"

Hilfreich können hier verschiedenste therapeutische Ansätze sein. Ich wirke gern mit dem Geistigen Heilen, Biografiearbeit und Ahnenarbeit. 


Ein letzter Gedanke

Hochsensibilität ist kein Rang, sondern eine Art zu erleben.

 

Sie macht uns nicht besser – aber sie kann uns tiefer mit der Welt verbinden und uns zeigen, wie einzigartig wir sind. Wie Einzigartige unter anders Einzigartigen. 

 

Denn unsere wahre Tiefe und Größe zeigt sich darin, anderen Menschen auf Augenhöhe zu begegnen, vorurteilsfrei und mit Herzenswärme. 

 

Doch das kann nur gelingen, wenn wir uns unserem eigenen Schmerz stellen. Wenn wir uns als absolut richtig und vollkommen fühlen können.


Praxistipps für den Umgang mit Hochsensibilität & Feiner Wahrnehmung

Buchcover "Hochsensibel - einfach besser leben"

In meinem Buch "Hochsensibel - einfach besser leben" findest du viele Alltagstipps und Meditationen, die dir Halt geben und dir neue Perspektiven schenken.

 

In meinen 1:1 Begleitungen bin ich an deiner Seite. Glaube an dich, wenn du es gerade nicht kannst. Halte den Fokus - klar und mit Herz. Wir üben wirksame, alltagstaugliche Methoden ein, die dein Leben nachhaltig leichter machen. Transformieren alte Wunden und Verletzungen. Machen achtsame Schritte in deinem Tempo - hin zu einem Leben, das dir wirklich entspricht.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Alica (Sonntag, 24 Mai 2026 15:25)

    Danke liebe Inga! ♡♡♡
    So ein toller Artikel!
    Wichtiger Punkt - auch in der Familie ein Thema... Verbinden anstatt zu trennen, das finde ich wirklich gut getroffen. Danke für den schönen Impuls! :-*

  • #2

    Inga Dalhoff (Montag, 25 Mai 2026 15:04)

    Ganz herzlichen Dank für deine Rückmeldung, liebe Alica!

    Ich freue mich sehr, dass dir der Artikel dienlich ist.

    Alles Liebe, Inga