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Gerechtigkeitssinn: Warum Hochsensible unter Ungerechtigkeiten leiden

4 Tipps wie du Ungerechtigkeiten meisterst und deiner inneren Wahrheit folgst

Hochsensiblen ein ausgeprägter Gerechtigkeitssinn zugeschrieben. Ungerechtigkeiten, Unstimmigkeiten, Dysbalancen und Vergehen an der Natur können uns sehr umtreiben und schwer auf der Seele liegen.

 

Was es mit diesem besonders ausgeprägten Gerechtigkeitssinn bei uns Hochsensiblen auf sich hat und 4 Tipps, wie du sie leichter meistern kannst, liest du hier.

Vielleicht hast du meine Mini-Umfrage auf meiner Facebook-Fanpage gesehen?

 

Ich hatte gefragt, was Hochsensible als ihre ganz persönliche, besondere Herausforderung empfinden. Und es kamen spannende Antworten zusammen!

 

Neben Nein-Sagen, Abgrenzung, Stress- und Geräuschverarbeitung wurden auch Ungerechtigkeiten und Umweltverschmutzung als Herausforderungen genannt.

 

Geht es dir ähnlich? 

 

Ich fühle mich auf jeden Fall in guter Gesellschaft. Mein Gerechtigkeitssinn lässt mich erst dann zur Ruhe kommen, wenn ich das Gefühl habe, etwas zur Wiederherstellung von Gerechtigkeit und Harmonie beigetragen zu haben oder zumindest meinen eigenen Lebensstil an meinen Idealen der Gerechtigkeit und der Liebe zur Natur ausgerichtet zu haben.

Gerechtigkeitssinn & Harmoniebedürfnis

Der Gerechtigkeitssinn scheint uns in die Wiege gelegt zu sein und mag sich aus einem Zusammenspiel unseres besonderen Harmoniebedürfnisses und unserer Eigenart nähren, den Dingen genau auf den Grund zu gehen, sie ehrlich zu hinterfragen. (Siehe Artikel Spiritualität & Sinnsuche.) Und unsere Fähigkeit, uns auf die Suche nach stimmigen Lösungen für alle Beteiligten zu begeben, könnte als unser Beitrag für ein liebevolles Miteinander auf unserem wundervollen Planeten gewertet werden.

 

Wir spüren, was gebraucht wird und sind bemüht, genau das zu geben. Wir gelten als ausgleichend und harmoniestiftend und können je nach persönlicher Mentalität auch kämpferisch werden, wenn es darum geht, Ungerechtigkeiten anzusprechen, sichtbar zu machen und zu heilen. 


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Für Gerechtigkeit einzutreten ist für uns ein Akt des Balancewahrens

Ich habe den Eindruck, dass wir Hochsensiblen mit unserem Gerechtigkeitssinn mehr gewinnen als verlieren und damit (wenn in Liebe und Mitgefühl ausgelebt) einen wertvollen Dienst am Gemeinwohl leisten können.

 

Und doch ist es nicht einfach für uns, die innere Balance zu wahren und auch mal anzunehmen, wenn etwas vorübergehend in der Dysbalance verbleibt. Reibung, Auseinandersetzungen und Wut auszuhalten. Denn das sind starke Gefühle. Gefühle, die uns aufwühlen und oft lange Zeit beschäftigen.

 

So manch anderer geht gestärkt von der belebenden Wirkung einer Diskussion nach Hause. Doch Hochsensible tragen diese Auseinandersetzung lange mit sich herum, drehen und wenden alle Worte in ihrem Kopf, durchleuchten ihr eigenes und das Verhalten des anderen und sind bemüht, Ordnung in die Vielfalt ihrer Empfindungen zu bringen.

 

Wie gehst du als HochsensibleR also am besten mit aufwühlenden Ungerechtigkeiten um? 

Meine 4 liebsten Tipps für den Umgang mit Ungerechtigkeiten

 

1 Folge deiner inneren Wahrheit

 

Von mir und vielen anderen Hochsensiblen kenne ich die Neigung, entweder der eigenen inneren Wahrheit nur wenig Bedeutung beizumessen, weil die überwältigende Mehrheit unseres Umfelds einer anderen Wahrheit zu folgen scheint oder aber in Bezug auf Selbstbehauptung und Auseinandersetzungen den Weg des geringsten Widerstandes zu wählen. Sprich: Weniger in die direkte Auseinandersetzung zu gehen, aber gleichzeitig mit gutem Vorbild voranzugehen. Was ich völlig legitim finde, wenn es um die Wahrung der eigenen Kräfte geht oder wenn man das Gefühl hat, das Gegenüber kann das eigene Anliegen in diesem Moment nicht aufnehmen. 

 

Wenn allerdings das nagende Gefühl bleibt, dass eine Ungerechtigkeit oder Unstimmigkeit ungeklärt geblieben ist, finde ich es wichtig, dass wir unserer inneren Wahrheit treu bleiben und für uns eine Klärung der Situation schaffen. Denn ich habe die Erfahrung gemacht, dass das immer maximal befreiend für mich ist und gleichzeitig sehr oft ein willkommener Anstoß zu gemeinsamem Wachstum war.

 

 

2 Bleibe bei dir - wachse über dich selbst hinaus

 

Jede erlebte Ungerechtigkeit schenkt uns zunächst einmal die Möglichkeit der Klärung unseres eigenen Innenlebens, des inneren Wachstums. Frei nach dem Motto: "Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt" (Mahatma Gandhi). Denn den anderen vermögen wir nicht zu ändern, wohl aber uns selbst. Und bei der selbstkritischen wie auch förderlichen Innenschau sind wir Hochsensiblen nun einmal besonders talentiert. ;-)

 

Fragen wie diese helfen mir bei der Erforschung meines Innenlebens stets weiter. Mögen sie auch dich inspirieren.

  • Was genau empfinde ich als ungerecht und warum?
  • Welchen Anteil habe ich an den Unstimmigkeiten?
  • An welcher Stelle verhalte ich mich selbst ungerecht und wie kann ich das ändern?
  • Warum schmerzt mich diese Situation so sehr?
  • Was hat das mit mir zu tun?
  • An welcher Stelle, in welcher Hinsicht bin ich meinem Konfliktpartner ähnlich?
  • Was spiegelt mir der andere?
  • Welches eigene Fehlverhalten projiziere ich auf den anderen?
  • Wie schenke ich mir selbst inneren Frieden?
  • Was kann ich tun, um ganz für mich (also ohne den Anspruch zu haben, der andere möge mir folgen) mit gutem Vorbild voranzugehen?
  • Wie kann ich gerecht, stimmig, liebevoll handeln?
  • Wie kann ich mein Leben, meine Gedanken, meine Worte und mein Handeln friedensstiftend gestalten?

 

3 Sei mitfühlend mit dir und anderen

 

Kennst du das auch? Dieses Schimpfen über die anderen? Geht es dir auch manchmal so, dass du nach einem Schuldigen suchst und denjenigen dann verurteilst? Oder suchst du wie so viele Hochsensible die "Schuld" für einen Streit oder für Ungerechtigkeiten erst einmal bei dir und verurteilst dich dann selbst?

 

Wahrscheinlich kennen wir das alle und wissen, wie unproduktiv und verhärtend diese Art des Umgangs mit Unstimmigkeiten ist, während verhärtete Fronten einfach dahinschmelzen, Blickwinkel sich wie von Zauberhand weiten, wenn Mitgefühl ins Spiel kommt.

 

Wenn wir unser Herz öffnen. Zunächst für uns selbst, unseren Schmerz, unsere Betroffenheit, Wut oder Trauer, die die Ungerechtigkeit in uns ausgelöst hat. Und (dann erst) für den anderen, der ebenfalls nach Glück, Harmonie, Freude, Gesundheit und Frieden sucht – genau wie wir. Wenn wir unser Herz für das Mitgefühl öffnen, dann rückt wahrhaftige Veränderung in greifbare Nähe.

 

 

4 Verzeihe und finde deinen inneren Frieden

 

Manche Ungerechtigkeit hat so ungeheuerliche Ausmaße, dass sie wie ein Stachel tief in unserer Seele sitzt und wir nicht herausfinden aus Wut, Trauer, Aggression oder schmerzlichem Rückzug. Und doch: Sollten wir es uns nicht selbst wert sein, Frieden zu finden, um wieder befreit leben zu können? 

 

Eine kleine Annäherung an das große Thema des Verzeihens findest du in meiner HerzBusinessMeditation Nr. 28 - Wie du dir selbst und anderen vergibst, die du dir kostenfrei in meinem Spiritual Life Blog anschauen und anhören kannst.

 

 

Lebe deine zarte Stärke & "Tu was du willst, aber nicht, weil du musst" (Buddha)! ;-)

Deine Inga

 


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Kommentare: 4
  • #1

    Regula Aeppli (Freitag, 01 Mai 2020 18:04)

    Danke für diese wertvollen Worte. Im Grunde genommen enthalten sie nichts Neues für mich - tun aber einfach nur gut. Ich war auf der Suche nach der Frage, warum mich Ungerechtigkeiten oft extrem aufregen und ich mich im Kampf für Gerechtigkeit dann richtiggehend verbeissen kann. Die Antwort, dass dies mit meiner Hochsensibilität zu tun hat, war ein "Aha"-Erlebnis. Danke dafür.

    Ich werde noch einen eigenen Blog dazu verfassen und dich verlinken. Vielleicht magst du mich auf meinem Gmerkigs-Blog besuchen. https://gmerkigs.blog/

    Liebe Grüessli

    Regula

  • #2

    Inga Dalhoff (Montag, 04 Mai 2020 11:10)

    Liebe Regula,

    herzlichen Dank für dein Teilen! :-)

    Es wärmt stets mein Herz zu erfahren, dass die Blogbeiträge etwas in euch berühren, dass ihr euch verstanden fühlt oder euch einfach liebevoller nehmen könnt, wie ihr eben seid: Einzigartig, wundervoll, spürig, mit kleinen Ecken und Kanten und einem großen Herz. :-)

    Alles Liebe und auch dir viel Freude und Erfolg mit deinem wirklich wunderschönen Blog!
    Grüße in die Schweiz, deine Inga

  • #3

    Jana (Dienstag, 02 Februar 2021 09:18)

    Guten Morgen, vielen Dank für den Text. Ich erkenne mich selbst manchmal kaum wieder, sobald ich in eine Situation gerate, die als ungerecht empfinde. Ich fühle mich sehr in meinem Stolz verletzt und schleppe dieses Gefühl lange mit mir herum. Ich versuche immer wieder in neuen Situation anders zu reagieren -bisher ohne Erfolg . Das werde ich weiterhin versuchen . Liebe Grüße

  • #4

    Inga Dalhoff (Dienstag, 02 Februar 2021 11:33)

    Liebe Jana,

    das kenne ich gut, besonders das lange Nachklingen. :-)

    Mir geht es mit Ungerechtigkeiten inzwischen besser, seitdem ich mich in als ungerecht empfundenen Situationen immer wieder in eine "Beobachterposition" begebe. Schaue, was ich aus der Situation lernen kann, was ich verändern kann und möchte und was nicht. Nicht veränderbare Situationen verlasse ich meistens, weil das Akzeptieren ungerechter Strukturen nicht meine größte Stärke ist. ;-)

    Ich wünsche dir viel Kraft und auch spielerische Leichtigkeit im Umgang mit den für dich herausfordernden Situationen.

    Alles Liebe, deine Inga