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Was der Darm mit Hochsensibilität zu tun hat

Warum viele Hochsensible mit Reizdarm, Allergien, Zöliakie u.ä. kämpfen

Frau mit Wärmflasche

Schlägt dir ein Zuviel an innerer Anspannung oder emotionaler Berg- und Talfahrt auf Magen und Darm? Oder zählst du zu den vielen Hochsensiblen, die mit einem Reizdarm oder Lebensmittelunverträglichkeiten zu kämpfen haben?

 

Dann bist du damit nicht allein. Was der Darm mit der Hochsensibilität zu tun hat, was du deinem Darm Gutes tun kannst und wie sich das auf deine Stimmung auswirkt, das liest du hier.

 

Viele Hochsensible geben sich alle Mühe, dem Alltag in einer Leistungsgesellschaft und ihren eigenen hohen Ansprüchen an sich selbst gerecht zu werden. Da bleibt nicht immer ausreichend Zeit für die richtige Ernährung. Zusätzlich schlagen uns Anspannung und Zeitdruck auf Magen und Darm und wir fühlen uns schlapp und immer weniger leistungsfähig.

 

Nicht wenige Hochsensible berichten, dass sie empfindlich auf bestimmte, meist auf stark verarbeitete Lebensmittel reagieren, unter Lebensmittelallergien leiden oder einen Reizdarm haben. 

 

Ein gesunder Darm hingegen schenkt uns ein gutes Gefühl, des in uns Ruhens, des unverstellten Kontakts mit unserer inneren Mitte. Ein entspannter Darm macht gute Stimmung und sorgt für größere Stresstoleranz. 

 

Woran liegt es nun, dass Hochsensible öfter mal über Darmbeschwerden klagen?

Und ist die Hochsensibilität Grund für die Empfindlichkeit des Darms oder ein empfindlicher Darm Ursache für die besondere Sensibilität?

 

Wechselwirkungen und aktuelle Forschung

An mir selbst spüre ich sehr deutlich, dass Darmgesundheit und eine gewisse Überempfindlichkeit, die meine Hochsensibilität überbetont, sehr eng miteinander verwoben sind. Dass sowohl ein Zuviel an physischer und / oder psychischer Anspannung meine Darmgesundheit beeinflusst. Dass aber umgekehrt auch ein durcheinandergeratener Magen-Darm-Trakt meine Sensibilität nahezu karikiert und ich zur Dramaqueen werde. Ob Unterzucker oder ein Zuviel an Schlacken, beides macht mich nervös, gereizt und dünnhäutig.

 

Und die neuere Forschung hat uns einiges über genau diese Zusammenhänge zu berichten. Wenn du mehr über den Darm als unser zweites Gehirn lesen möchtest oder dich über Darmgesundheit aus naturheilkundlicher Sicht informieren willst, dann scrolle ans Ende des Artikels. Dort habe ich dir einige Links angefügt.

 

Bei meinen Recherchen bin ich allerdings noch nicht auf klare wissenschaftlich belegte Aussagen gestoßen, ob sich Darmgesundheit und Hochsensibilität gegenseitig bedingen oder beeinflussen.

 

Gesunde Ernährung für Hochsensible - Tipps für deine Darmgesundheit

Ob nun der gereizte oder empfindsame Darm deine Hochsensibilität verstärkt oder begründet oder ob sich deine Hochsensibilität auf deinen Darm auswirkt, ein gesunder Darm ist lebenswichtig. Ich habe in den letzten Jahrzehnten einige Selbstversuche gestartet und teile gern meine Erfahrungen zu Ernährung und Darmgesundheit mit dir, die selbstverständlich keinen Arztbesuch ersetzen! Deshalb möchte ich dir grundsätzlich raten, bei länger anhaltenden Beschwerden des Magen-Darm-Traktes einen Arzt oder Heilpraktiker deines Vertrauens aufzusuchen. 

 

Und keine Angst! Es folgt kein Ernährungsratgeber. ;-) Ich halte es so: Jeder Mensch ist einzigartig. Und was die gesunde Kost für dich ausmacht, das kannst nur du wissen oder in dir erforschen. Aber es gibt aus meiner Sicht ein paar Ähnlichkeiten unter Hochsensiblen, von denen du wissen solltest und die dir Mut machen und Rückhalt geben können, um deinen eigenen Weg zu finden und zu gehen.

 

Gesunde Ernährung besteht für mich wegen der oben beschriebene Wechselwirkung von Psyche und Darmgesundheit nicht nur aus gesunden Lebensmitteln, die zu meinem Körpertypus passen, sondern auch aus emotional gesunder Kost. Ein Zuviel an Sinneseindrücken, ein Zuviel an Hektik, ein Zuviel an emotional aufwühlenden Erlebnissen und ein Zuviel an destruktiven und düsteren Informationen, mit denen wir in den Medien im wahrsten Sinne des Wortes „bombardiert“ werden, sind für mich genauso unverdaulich, wie hastig heruntergeschlungenes Fastfood oder Nahrungsmittel mit vielen unnatürlichen Zusätzen.

 

Liebe muss drinstecken

Im Austausch mit anderen Hochsensiblen habe ich festgestellt, dass viele besser mit unbehandelten Lebensmitteln in Bioqualität und aus der Region oder aus dem eigenen Garten zurechtkommen. Dass viele Hochsensible lieber selbst kochen als auszugehen, weil sie die selbstzubereiteten Gerichte besser vertragen. Weil sie das Gefühl haben, dass mit Stress produzierte oder hektisch in einer Großküche gekochte Gerichte für sie schwerer verdaulich sind als mit Liebe und Muße zubereitete Kost daheim.

 

Und als ich in den Anastasia-Büchern (Hinweis zum Link s.u.)* las, wie sehr Mensch und Natur miteinander verwoben sind. Wie sehr gerade Pflanzen unseres direkten Umfelds bemüht sind, uns genau die Nährstoffe zu liefern, die wir benötigen, fühlte ich mich unfassbar erleichtert und bestärkt. Bestärkt in meinem Empfinden, wie gut mir regionale und damit automatisch saisonale Kost tut.

 

Ich persönlich habe festgestellt, dass ich mich auch sehr viel mehr von der „Information“ und der „Liebe“, die in einem Lebensmittel steckt, genährt fühle, als von den in der Schulmedizin so in den Fokus gestellten Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Deshalb sind klassische Ernährungsratschläge für mich oft nicht stimmig.

 

Außerdem ist für mich weniger mehr. Nicht zu viele Lebensmittel durcheinander und viel gekochtes Gemüse tun mir besonders gut. Mehr basische als säuernde Lebensmittel sind mir ebenfalls hilfreich, genauso wie regelmäßige Basenfastenkuren. Andere berichten, dass sie gut mit Rohkost zurechtkommen oder dass Trennkost ihnen guttut. Ich selbst habe mich auch mit Ayurveda und der Fünf-Elemente-Küche befasst und mir die für mich stimmigen Essenzen aus diesen wundervollen Lehren zu eigen gemacht. In meinem Artikel "Gesunderhaltung für Hochsensible" habe ich einige Buchtipps für dich hinterlegt.

 

Aber für dich mag eine ganz andere Ernährung stimmig sein! Und das weißt du selbst am besten! 

 

Mein Hauptrat in Ernährungsfragen ist: Folge keinem Ernährungsratgeber blind und lass dich von Trends nicht aus dem Takt bringen, sondern höre gut auf deinen Körper! Das gelingt oft leichter, nachdem du eine Darmreinigung (z.B. mithilfe begleiteter Fastenkuren, der Hydro-Colon-Therapie, von Heiltees oder Heilkräutern) gemacht hast. Denn dann spricht dein Darm ganz unverstellt und klar zu dir.

 

Außerdem habe ich noch ein paar andere Tipps für dich.

 

Meine Tipps im Überblick

  • Beginne den Tag sanft, z.B. mit einigen Atemübungen, die deinen Bauchraum lockern und mit einer Tassen heißem Wasser oder einem milden Kräutertee, um deinen Stoffwechsel achtsam zu aktivieren.
  • Iss, wenn du wirklich Hunger hast und nicht aus Langeweile, um Kummer zu dämpfen oder weil es grad so gemütlich ist. (Für mich die schwerste Übung ;-))
  • Lass deinem Darm eine schöne lange Verdauungspause, z.B. in dem du abends um 18.00 Uhr zu Abend isst und erst nach 12, noch besser 14 Stunden wieder etwas zu dir nimmst.
  • Nimm dir Zeit für die Zubereitung deines Essens und für das Essen selbst.
  • Kaue viel und genieße dein Essen in vollen Zügen und voller Dankbarkeit. Du wirst merken, wie positiv das die Verdaulichkeit des Essens beeinflusst!
  • Konzentriere dich ganz auf dein Essen, damit du dein Sättigungsgefühl und die Verträglichkeit des Essens gut spüren kannst.
  • Teste verschiedene Ernährungsweisen und Gerichte aus. Durch den Gegensatz lernst du viel über deine Verträglichkeiten und deine Essgewohnheiten.
  • Verzichte eine Zeit lang auf bestimmte Lebensmittel, wenn du das Gefühl hast, sie tun dir nicht gut und schau, was passiert.
  • Sei achtsam mit Kaffee, Tee oder Zigaretten, Zucker oder Alkohol. Sie wirken bei uns Hochsensiblen besonders stark. Und auch, wenn sie helfen, den Alltag zu meistern, oder die ein oder andere Wahrnehmung zu dimmen, verändern sie langfristig die Wahrnehmung unserer wahren Grenzen. 
  • Wähle sanfte Methoden der Darmreinigung wie z.B. das Basenfasten, sanfte Reinigungstees.
  • Manchmal reicht es auch, einen Tag in der Woche zum Entlastungstag zu machen und an diesem Tag etwas weniger und dafür ausschließlich Basenkost zu dir zu nehmen. 
  • Lass deinen Stuhl ggf. auf Pilze, Bakterien oder eine desolate Darmflora von einem Arzt testen, denn sie können Ursache für deine Beschwerden sein.
  • Wenn du den Verdacht auf eine Lebensmittelunverträglichkeit hast, dann kannst du dies ebenfalls bei einem Arzt deines Vertrauens testen lassen. Du kannst auch eine Weile auf bestimmte Lebensmittel verzichten und schauen, ob sich dein Wohlbefinden bessert.
    Besonders häufig auftretende Unverträglichkeiten bestehen bei Milchprodukten (Laktoseintoleranz), bei Weißmehlprodukten (Glutenunverträglichkeit, Zöliakie), Zucker und Lebensmittelzusätzen aller Art.  
  • Nähre dich auch emotional mit guter Kost, konsumiere GoodNews.
  • Gib dir Zeit, emotional Aufreibendes zu „verdauen“.
  • Trage bequeme Kleidung, die deinen Darm nicht einschnürt.
  • Geh' immer wieder in Bewegung und vermeide eine eingezwickte Sitzhaltung, die deinen Darm und deine anderen Verdauungsorgane einengt.

 

Weiterführende Links

https://www1.wdr.de/wissen/mensch/bauch-zweites-gehirn-100.html

 

https://fabian-mueller.net/

 

 

Nun wünsche ich dir eine wundervolle Forschungs- und liebevolle Begegnungszeit mit deinem Darm!

Mögest du ganz in deiner Mitte ankommen und dich dort wohl fühlen.

Und lebe deine zarte Stärke!

Deine Inga

 

*Hinweis zum Anastasia-Buchlink: Der Link zu Band 1 der Anastasia Bücher ist ein Amazon-Partner-Link. Das bedeutet, dass ich einen kleinen prozentualen Anteil am Verkauf dieses Buches verdiene.

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Kommentare: 2
  • #1

    Zöliakie Austausch - Die größte digitale deutschsprachige Facebookgruppe für Glutenunverträgliche (Dienstag, 12 Februar 2019 11:29)

    Hallo Inga, deine Empfehlung "eine Weile auf bestimmte Lebensmittel verzichten und schauen, ob sich dein Wohlbefinden bessert" können wir nicht teilen.

    Wenn man z.B. auf Gluten verzichtet und merkt das man keine Probleme mehr hat ist keine echte Diagnose auf Zöliakie mehr möglich.

    Dann müsste der Betroffene erst wieder 8-12 Wochen glutenhaltig Essen was viele Betroffenen aufgrund der Schwerzen nicht machen.
    Der erste Weg muss zum Arzt gehen und dort müssen die zöliakiespezifischen Antikörper (kein IGG4 Test) im Blut geprüft werden. Der Test wird bei einem begründeten Verdacht kostenlos von der Krankenkassen übernommen. Und dann muss eine Biopsie erfolgen um Festzustellen ob wirklich eine Zöliakie vorliegt und die Zotten im Dünndarm geschädigt sind. Nur dadurch kann man wirklich eine Zöliakie von einer Glutensensitivität oder anderen Ursachen unterscheiden.

    Leider kennen noch zu wendig den korrekten Diagnoseweg und landen dann mit einer Ungewissheit bei uns.
    Besonders häufig auftretende Unverträglichkeiten bestehen bei Milchprodukten (Laktoseintoleranz), bei Weißmehlprodukten (Glutenunverträglichkeit, Zöliakie), Zucker und Lebensmittelzusätzen aller Art.

  • #2

    Inga Dalhoff (Dienstag, 12 Februar 2019 14:44)

    Liebe Zöliakie-Austausch-Gruppe,

    herzlichen Dank für euren Input, der sicherlich einigen Lesern weiterhelfen wird.

    Ich stimme euch absolut zu, dass Gewissheit und Klarheit über Unverträglichkeiten letztlich durch eine eindeutige Diagnose zu gewinnen ist.

    All meine Tipps zielen auf ein besseres Kennenlernen der eignen Körpersignale ab und ersetzen wie erwähnt keinen ärztlichen Rat.

    Herzliche Grüße, eure Inga