Warum Sie aufhören sollten, sich mit anderen zu vergleichen

Wie Sie in Kontakt mit Ihrem Herzen und Ihrer Seele kommen

Das Vergleichen scheine ich mit der Muttermilch aufgesogen zu haben. Vielleicht kennen Sie das auch? Das Bewerten und Vergleichen ist so sehr in mir verankert gewesen, dass es mir lange Zeit gar nicht auffiel, wie sehr ich mich mit anderen verglich. In jeder Minute meines Daseins. Nicht im Sinne von Konkurrenzdenken. Eher in dem Bedürfnis immer besser, vollkommener, perfekter werden zu wollen. Und als ich meine Hochsensibilität entdeckte, ging es mit dem Vergleichen nochmal so richtig los. Ich als Hochsensible bin so und Normalsensible sind so. Oder doch nicht?

 

Unsere verkopfte Gesellschaft hat uns geformt

Wenn ich unser Bildungssystem und die verkopften Werte unserer Gesellschaft betrachte, scheint es kein Wunder zu sein, dass sich die meisten Menschen im ständigen Vergleich und Wettbewerb verlieren. Schon in der Kindheit beginnt die Systematisierung des Vergleichens. Säuglinge und Kleinkinder werden an einer „wissenschaftlich“ ermittelten Norm gemessen. Sind sie „ihrem Alter entsprechend“ ausreichend groß, dick, dünn, intelligent, beweglich, musikalisch, einfühlsam, sprachgewandt oder rechenbegabt? Sie kennen das. Es setzt sich unser ganzes Leben lang fort, wenn wir nicht aussteigen.

 

Das Vergleichen hält mich im "Außen"

Was auch ich zunächst unreflektiert weiterführte, missfiel mir immer mehr. Der Vergleich mit anderen, ob hochsensibel oder nicht, machte mich unzufrieden und unglücklich, neidisch und zänkisch. Es bremste mich. Ich drehte mich im Kreis.

 

Ich stellte fest, dass mich das Vergleichen im Kopf gefangen hielt. Mein Kopf ist mit dem Vergleichen nämlich gut beschäftigt und das mag er, denn dann fühlt er sich wichtig und gebraucht. Er bearbeitet fleißig seine eigenen Aufträge und wickelt mich geschickt ein. Hat er z.B. meine Peergroup er- und mich dort „hineingerechnet“, schenkt er mir dafür das Gefühl von Zugehörigkeit und Sicherheit. Ein verlockendes Gefühl. Und ein menschliches Urgefühl. Schon für unsere Urahnen war es wichtig, sich einer Gruppe zugehörig fühlen zu können. Denn diese Zugehörigkeit sicherte unser Überleben.

 

Und hier lauert auch Gefahr für Hochsensible. Denn gerade wenn wir unsere zart starke Seite neu entdeckt haben, eben erst den Mut finden zu ihr zu stehen, neigen wir zum Vergleich - mit anderen Hochsensiblen und sogenannten Normalsensiblen. Das empfinde ich durchaus als hilfreich, um den eigenen Besonderheiten auf die Spur zu kommen. Wichtig finde ich es allerdings, dass wir aus diesem Vergleich auch wieder aussteigen.

=> Siehe auch mein Artikel "Erkenntnisswege zur Hochsensibilität".

 

Wie ich aus dem Kopfkino ausgestiegen bin

Die unermüdliche Rechnerei meines Geistes führte bei mir zu Nackenverspannungen, Kopfschmerz und Migräne. Es galt also inne zu halten.

 

Ich brauchte Übung und Ausdauer, um dem Geplapper meines Kopfes Einhalt zu gebieten. Ich begann dieses Geplapper nicht mehr so wichtig zu nehmen, mich nicht mehr mit ihm zu identifizieren.

 

Sobald ich mir des Vergleichens und Bewertens, Jammerns und Meckerns bewusst wurde, unterbrach und unterbreche ich mich, in dem ich z.B. meine Aufmerksamkeit auf meine Atmung richte und auf diese Weise innehalte und meinem Herzen lausche. Meinem Herzen als Sprachrohr meiner Seele. Für mein Herz gilt nur die Stimmigkeit. Die Abstimmung meines Handels und Seins mit meinem Seelenplan.

 

Woran ich den Rat meines Herzens erkenne

Ob ich meinem Herz oder meinem Kopf lausche, fühlt sich völlig unterschiedlich an. Wenn mein Herz spricht, verliere ich mein Zeitgefühl. Meine Sinne schärfen sich, meine Wahrnehmung wird intensiver, die Farben bunter, die Geräusche lebendiger. Ich habe ein Empfinden von Helligkeit und Freude. Von Zeitlosigkeit, Verbundenheit und Dankbarkeit. Ich bin.

 

Wie mein Herz tickt

<3 Mein Herz will nicht. - Es ist.

 

<3 Mein Herz plaudert nicht vor sich hin. - Es schwingt.

 

<3 Mein Herz errechnet keine vernünftigen Lösungen. - Es schenkt oft unvernünftige und manchmal aus dem Zusammenhang gerissene oder überraschende Bilder.

 

<3 Mein Herz sagt nicht ja oder nein. - Es vibriert entweder vor Freude oder schweigt.

 

<3 Mein Herz schreit nicht. - Es flüstert.

 

<3 Mein Herz eilt nicht. - Es ist zeitlos bzw. im Vergleich mit dem Kopf langsam.

 

<3 Mein Herz wertet und vergleicht nicht. - Es geht in Resonanz oder auch nicht und bleibt dabei wertungsfrei.

 

<3 Mein Herz unterscheidet nicht. - Es ist Verbundenheit.

 

Wie ich Kontakt mit meinem Herzen aufnehme

Die einfachste Methode habe ich kürzlich in einem Webinar kennengelernt. Sie ist so einfach, dass sie schon fast banal wirkt.

 

Da hieß es: „Legen Sie Ihre Hände auf Ihr Herz und beobachten Sie Ihren Atem. Sagen Sie sich dabei laut oder im Stillen die Worte „Liebe“, „Dankbarkeit“, „Verbundenheit“ oder auch "Fülle". Betonen Sie einmal zwei Qualitäten bei der Einatmung und eine bei der Ausatmung, dann andersherum. Experimentieren Sie damit.“

 

Und was soll ich sagen: Bei mir funktioniert diese einfache Methode am besten. ;-) Ich bin gespannt wie es Ihnen ergeht.

 

Mein Herz schenkt mir wahre Verbundenheit und Geborgenheit

Wenn ich mich immer und immer wieder in Kontakt mit meinem Herzen und meiner Seele bringe, kehrt eine ganz besondere Ruhe und ein tiefes Gefühl von Vertrauen, Zuversicht und Entspannung ein.

 

Es fühlt sich ganz anders an als das Gefühl der Sicherheit, das mir mein Kopf durch die Auswertung von Daten und Erlebnissen, durch das Schaffen von Strukturen, Bewertungen und Einordnungen verschafft.

 

Denn mein Kopf schafft dieses Gefühl der Sicherheit durch einen ständigen Abgleich mit dem Außen. Mein Herz hingegen schenkt mir das Gefühl des Vertrauens und der Zuversicht durch die Verbindung mit meinem Innersten und mit meiner Seele.

 

Und es schenkt mir ein schwer zu beschreibendes Gefühl der Verbundenheit mit Allem. Ich fühle mich geborgen im weisen Feld Aller, der Fülle und der unendlichen Vielfalt der Möglichkeiten, um mich zu erleben.

 

Und dieses Gefühl übertrifft alles, was mein Kopf mir bisher zu schenken im Stande war. Bewusste Gedanken hin oder her. 

 

Ich bin sehr gespannt auf Ihre Kommentare. Auf Ihre Wege, um in Kontakt mit Ihrem Herzen zu treten. Darauf zu erfahren, wie es sich für Sie anfühlt, im Kontakt mit Ihrem Herzen zu sein und wie es Ihnen gelingt, Bewertungen und Vergleiche abzulegen.

 

zart starke und herzliche Grüße,

Ihre Inga Dalhoff

 

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