Null Bock auf Marketing

Das Dilemma von Hochsensiblen und Introvertierten

Bild Männchen versteckt sich hinter Schutzschild

Von SolounternehmerInnen und meinen Lieblingskunden, den Therapeuten, Coachs & Beratern höre ich immer wieder, dass ihnen schon beim Wort „Marketing" die Galle hochkommt.

 

Es sind meist die Sensitiven und Introvertierten, die absolut null Bock auf Marketing haben und sich stattdessen lieber ihrer wahren Berufung widmen möchten.

Das Dilemma:

Ohne ein gesundes Maß an Selbstmarketing finden uns unsere KundInnen nicht.

 

Dennoch kann ich die Ablehnung gegenüber dem Marketing gut nachvollziehen. Auch mir

gehen die in dieser Branche zelebrierte Extroversion, Selbstdarstellung und der Aktionismus gehörig auf die Nerven. Mich überfordern all die vielen E-Mails, Nachrichten aus den Sozialen Netzwerken und Begegnungen auf Messen, Kongressen oder bei Netzwerkveranstaltungen. - Obwohl ich mir die Veranstaltungen, die ich besuche, sehr achtsam auswähle. Obwohl ich nur stundenweise im Netz unterwegs bin und mir immer wieder wochenlange Offline-Zeiten gönne. Doch mir scheint, dass sich das Tempo und der Umfang der Aktivitäten in den neuen und alten Medien ständig erhöhen.

 

Ich kann und will da nicht mithalten. Denn als hochsensible und introvertierte Frau ziehe ich meine Energie, meine Lebensqualität, meine Motivation und Begeisterung aus der achtsamen Langsamkeit. Aus meinen inneren Prozessen und Erlebniswelten. Aus intensiven, herzlichen Begegnungen mit anderen. Das alles braucht Zeit, Raum und Stille.

 

Da wir allerdings in einer Welt der Extrovertierten leben, sind Gesellschaft, Wirtschaft und eben auch das Marketing auf Extroversion, auf Leistung und auf Schnelligkeit ausgerichtet. Facebook, Google & Co. belohnen diejenigen mit besserer Sichtbarkeit, die möglichst regelmäßig, häufig und lautstark auf sich aufmerksam machen. Zum Glück zählt zumindest bei Google auch die Nützlichkeit der Inhalte für die angegebene Zielgruppe.

So, und nun?

Was sollen hochsensible und introvertierte Persönlichkeiten tun, damit sie ausreichend KundInnen haben und von Ihrer Berufung leben können?

 

Ein bisschen Selbstdarstellung darf und muss sein. Aber es geht auch in einem verträglichen Maße in einer stimmigen Art und Weise – ehrlich, authentisch, nützlich.

 

In den letzten Jahren habe ich viel experimentiert und einige für mich sowohl vom Arbeitsaufwand als auch von der Art und Weise her stimmige Wege des Selbstmarketings gefunden.

So mache ich es

Vielleicht passt das auch für Sie?!

 

=> Ich gehe nur zu ausgewählten, relevanten Veranstaltungen wie Netzwerktreffen, Kongressen, Messen, etc. Bei der Auswahl der Veranstaltungen lege ich Wert auf eine überschaubare Anzahl an Teilnehmern (bis ca. 35, danach wird es mir zu viel), ansprechende Räume, gesundes Essen, Pausenkultur und mir wichtige gelebte Werte.

=> Vor und nach diesen Veranstaltungen nehme ich mir immer einen Tag Zeit für meine innere Vor- und Nachbereitung. D.h. an den Tagen vor und nach den besuchten Veranstaltungen nehme ich keine Termine an. Ich bin dann nur für mich.

=> Ich liebe es zu bloggen. So kann ich meinen potenziellen NeukundInnen Nutzen stiften, meine Expertise zeigen, ihnen meine Werte und meine Herzensanliegen kommunizieren. Und das besondere Geschenk: Das Schreiben über meine Themen hilft mir, mich zu zentrieren, mein Wissen zu verfestigen und zu strukturieren. Außerdem sind über meinen Blog Verlage und Zeitungen auf mich zugekommen, für die ich ab und an schreibe.

=> Täglich bin ich nur ein- oder zwei Stunden online und baue reichlich Pausen ein. Alle 60 bis 90 Minuten mache ich mindestens fünf Minuten Pause und sitze optimalerweise täglich maximal vier Stunden vor dem Rechner. Alles andere laugt mich aus.

=> Deshalb schalte ich bei Facebook, Google oder in Fachmagazinen auch ab und an Anzeigen. Denn das bringt auch dann Besucher auf meine Social Media Profile und meine Website, wenn ich offline bin.

=> Außerdem ist es mir wichtig, regelmäßig längere Offline-Zeiten zu nehmen. Ich bin z.B. am Wochenende offline und meist auch telefonisch nicht erreichbar und nehme mir drei bis viermal im Jahr mindestens eine Woche Urlaub, in dem ich offline bin.

 

Wenn Ihnen dieser Artikel gefallen hat, dann hilft Ihnen vielleicht auch der Artikel "Schluss mit Webstress"?

 

Ich bin gespannt zu lesen oder zu hören, wie es Ihnen mit Ihrem Marketing ergeht.

 

Herzlichst,
Ihre Inga Dalhoff

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