Balanceakt - Schaffe ich das alles?

Wie Sie konstruktiv mit Ihren Ängsten umgehen lernen

Bild Männchen, dass auf einem Drahtseil balanciert

Wer in die Selbständigkeit startet, findet sich plötzlich in einem völlig selbstbestimmten Rahmen wieder. Juché! Kein Vorgesetzter, der einem sagt, was zu tun ist. Keine festen Arbeitszeiten. Dafür aber volle Verantwortung für den persönlichen Erfolg. Maximale Gestaltungsfreiheit.

 

Ein Traum?! Na klar, deswegen habe ich mich doch selbständig gemacht, werden Sie vielleicht sagen. Aber neu gewonnene Freiheit kann auch beängstigend sein.

Schnell stellen sich jede Menge Fragen: Schaffe ich das? Wie geht das mit den Steuern, dem Marketing, der Preiskalkulation? Kommt genug Geld rein? Kann ich damit meine Familie ernähren? Was gibt mir Sicherheit? Wie organisiere ich mich? Ist die Selbständigkeit überhaupt etwas für mich?

 

Wer ganz allein Neuland betritt, der darf

Abenteuergeist, Spielfreude, Mut, Durchhaltevermögen und eine gute innere Motivation mitbringen. Es sollte klar sein, warum Sie sich selbständig machen wollen. Sie sollten für Ihr Business wahrlich brennen. Denn sonst wird Sie die nächstbeste auftauchende Hürde gleich aus der Bahn werfen. Und die größtmöglichen Hürden sind nicht die äußeren Begebenheiten, Bürokratie oder Unkenntnis. Nein, es sind die ganz persönlichen Ängste, die Ihnen und Ihrem HerzensBusiness den Garaus machen können.

Da gibt es die

  • Existenzängste,
  • Versagensängste,
  • die Angst vor dem Schritt in die Selbständigkeit / Unabhängigkeit / Freiheit,
  • die Angst vor dem Erfolg,
  • Angst vor dem "Zuviel" (gerade bei Hochsensiblen),
  • Angst vor dem Unbekannten,
  • Ängste aus diesem Leben, aus vergangenen Leben,
  • kollektive Ängste,
  • familiäre Ängste,
  • ...

 

Meine eigenen Erfahrungen im Umgang mit Ängsten

So manch einer ist an den eigenen Ängsten gescheitert statt gewachsen. Auch ich war (und bin immer wieder) konfrontiert mit den unterschiedlichsten Ängsten und durfte neu lernen, mit ihnen umzugehen. Lange Zeit wollte ich sie nicht spüren. Sie störten mich bei meiner Zielerreichung. Ich fand sie hinderlich, unproduktiv, lästig. Kurzum: Ich wollte sie weghaben. Egal wie. Und je mehr ich mich gegen sie sträubte, desto beharrlicher stellten sie sich mir in den Weg.

Da war z.B. die Angst, all die vielen Aufgaben der Selbständigkeit und der achtsamen Begleitung meiner KundInnen aufgrund meiner Hochsensibilität nicht bewältigen zu können. Unglücklicherweise hatte ich mit der Muttermilch aufgesogen, dass Vernunft, Funktionieren und Leisten die besten Wegweiser durch den Dschungel des Lebens sein sollten. So verlor ich das Vertrauen in meine Intuition, in meine Körpersignale und "Eingebungen". Ich trainierte mir an, nicht meinen eigenen Empfindungen zu vertrauen, sondern so genannten wissenschaftlich fundierten Fakten, dem nächstbesten Vorgesetzten / von Amts wegen Höhergestellten wie Eltern, Lehrern, Älteren, ... Ich suchte also immer im Außen nach des Weisheits letztem Schluss. Natürlich vergebens. Wer sollte meine eigenen Grenzen kennen und wahren, wenn nicht ich?! Wer sollte meine eigenen Talente kennen, wenn nicht ich?! Bis heute übe ich mich regelmäßig darin, Innenschau zu halten und meinen inneren Impulsen zu lauschen und zu vertrauen. Was ist der nächste Schritt? Ist jetzt Tun oder Ruhen angesagt? Geht es in diese oder jene Richtung?

Aber ich war auch mit sehr viel existenzielleren Ängsten konfrontiert. Mich zu zeigen, wie ich wirklich bin, meine durchaus auch "heilerischen" Talente zu benennen und zu nutzen, versetzte mich in Todesangst. Das hatte karmische wie auch familiäre Hintergründe, denen ich mit Hilfe von Aufstellungen und Rückführungen auf die Schliche kam. Inzwischen habe ich diesbezüglich meinen Frieden gefunden. Dennoch hält die Selbständigkeit immer neue Herausforderungen für mich bereit. Und das geht auch meinen KundInnen und KollegInnen so.

Ihnen auch? Haben Sie sich hier oder dort wieder erkannt?

 

Meine Tipps zum Umgang mit Ängsten

Damit Sie an Ihren eigenen Ängsten wachsen, statt zu scheitern, habe ich Ihnen sechs meiner Tipps zum Umgang mit diesen mächtigen, aber hilfreichen Emotionen hier zusammengestellt. Den für Sie idealen Umgang mit Ihren Ängsten finden Sie am besten mit oder ohne Begleitung selbst. Denn Sie sind die ExpertIn für sich!

 

1. Nehmen Sie Ihre Ängste ernst

Nehmen Sie Ihre Ängste stets ernst, aber ohne sich mit ihnen zu identifizieren.

Angst ist ein überwältigendes Gefühl. Allzu leicht verfallen wir ihr und spüren nichts anderes mehr außer ihr. Keine Zuversicht mehr, keinen Mut, keine innere Stärke, keine Begeisterung mehr. Dabei ist eine Angst bzw. ein ängstlicher Anteil lediglich einer von verschiedensten inneren Anteilen, auf die wir zurückgreifen können.

 

2. Ignorieren Sie Ihre Angst nie

Versuchen Sie niemals, Ihre Angst zu verdrängen oder zu ignorieren.

Ängste sind unser Frühwarnsystem. Einer Ihrer inneren Anteile möchte Ihnen unbedingt eine unerfreuliche, schmerzliche, verletzende oder sogar existenziell gefährdende Situation ersparen und schickt Ihnen zu diesem Zweck das Gefühl der Angst.
Das gilt es zu würdigen. Sagen Sie also JA zu Ihrer Angst bzw. zu Ihrem inneren Anteil, der Ihnen dieses Gefühl sendet, und sei sie noch so unangenehm. In dem Moment, wo Sie Ihre Angst (unbewusst) verdrängen, wird sie Sie und Ihre Ziele sabotieren, um Sie zu schützen. In dem Moment, in dem Sie sich Ihrer Angst zuwenden, werden Sie jedoch Erleichterung und Weichheit verspüren und zu neuen Möglichkeiten finden, mit Ihrer Angst umzugehen.

 

3. Hören Sie die Botschaft Ihrer Angst

Sprechen Sie mit ihrem ängstlichen Anteil. Was möchte er Ihnen sagen? Wovor möchte Sie Ihre Angst warnen? Welche ähnliche Erfahrung in Ihrem Leben gab es, die nun dazu führt, dass Sie die jetzige Situation als beängstigend empfinden?

 

4. Wenden Sie sich Ihrer Angst liebevoll zu

Wenden Sie sich Ihrer Angst wirklich und ehrlich zu.

Und zwar nicht mit der Einstellung, dass Ihre Angst etwas Unangenehmes ist und Sie sich ihr nun stellen müssen, damit sie verschwindet. Sondern so, wie Sie sich einem verschreckten Kind zuwenden. Begegnet Ihnen ein verschrecktes, ängstliches Kind auf der Straße, würden Sie sich ihm wohl sofort zuwenden. Sich ihm vorsichtig nähern, es achtsam ansprechen, es fragen, was es hat und was es braucht. Sie würden es in den Arm nehmen, sofern es das zulässt und würden es trösten. Genau so sollten Sie auch mit dem inneren Anteil umgehen, der so ängstlich ist.

 

5. Akzeptieren Sie die Angst als einen Teil von Ihnen

Denn sie soll Sie vor gefährlichen Situationen warnen können. Aber sie soll Sie natürlich auch nicht beherrschen.

 

6. Finden Sie für Ihre Angst den stimmigen Platz im Inneren Team

Vielleicht ist sie bereit, nicht länger direkt vor Ihnen zu stehen und Ihnen den Blick auf die Welt im wahrsten Sinne des Wortes zu verstellen? Vielleicht tritt sie zur Seite, wenn sie weiß, dass Sie ihren Warnungen Beachtung schenken? Vielleicht geht sie mutig den nächsten Schritt mit Ihnen, wenn sie weiß, dass auch andere wertvolle Anteile in Ihnen, den Weg mit beschreiten? Das könnten Ihr mutiger, Ihr erfahrener oder Ihr alter weiser Anteil sein.

 

Nun wünsche ich Ihnen einen stimmigen Umgang mit Ihren ängstlichen Anteilen. Für mich ist der Weg der Befreiung und Selbstbestimmung immer dort, wo die Angst am größten ist. Folge ich meiner Angst, habe ich die Chance mich von alten Verletzungen zu befreien, sie zu befrieden und zu heilen. So hat mir die Angst stets wahre Quantensprünge ermöglicht. :-) Möge es auch Ihnen so ergehen.

Herzlichst,
Ihre Inga Dalhoff

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