Warum sich Hochsensible mit Kooperationen schwertun

12 Tipps für gelungenes Miteinander

Bild in bunten Buchstaben 1 + 1 = viel

Kooperationen und ein gesundes Miteinander mit KollegInnen bergen ungeheuer viele Schätze. Wechselseitige Inspiration, Ermutigung, Verständnis, Ergänzung, Halt, Motivation u.v.m. sind Geschenke funktionierender Kooperationen. Endlich nicht mehr EinzelkämpferIn sein. Endlich zum Wohle aller Beteiligten miteinander wirken. Denn 1+1 ist hier mehr als 2.

 

Doch Kooperationen bergen gerade für Hochsensible einige Fallstricke. Viele Hochsensible haben mir berichtet, dass sie in einem ständigen Spannungsfeld zwischen der Sehnsucht und Begeisterung für Kooperationen und der Wahrung ihrer Rückzugsräume und Unabhängigkeit stehen. So manch HochsensibleR hat in Kooperationen mehr Kraft gelassen, als Nutzen gewonnen (abgesehen von jeder Menge Selbsterkenntnis :-)).

 

Deshalb habe ich einige Tipps gesammelt, wie Kooperationen für sensitive TherapeutInnen, Coaches und BeraterInnen gelingen können:

 

1. Achtsame Auswahl

Wählen Sie Ihre KooperationspartnerInnen sehr achtsam aus. Leichter fällt es, mit anderen Hochsensiblen oder sehr bewussten Normalsensiblen zusammenzuarbeiten. Es ist wichtig, dass Sie gemeinsame Werte teilen und auf einer Wellenlänge schwingen.

 

2. Ähnliche Bewusstwerdungsprozesse

Achten Sie darauf, dass Sie und Ihre KooperationspartnerInnen ähnliche Bewusstwerdungsprozesse durchlaufen. Sind die Bewusstwerdungsprozesse von Ihnen und Ihren KooperationspartnerInnen sehr unterschiedlich, wird die Kooperation von Missverständnissen geprägt sein. Sehr gut lässt sich das anhand des Modells Spiral Dynamics erläutern. Je nach Bewusstseinsstufe, wie sie in diesem Modell beschrieben ist, verstehen wir unter Kooperation etwas völlig anderes. Sie kann die Bedeutung einer reinen Zweckgemeinschaft, eines strategischen Bündnis', eines Gemeinschaftsprojekts oder eines herzlichen, freien Begegnungsraums, ... haben. Sie ahnen, welch Überforderung bzw. Enttäuschung es ist, wenn einer der Kooperationspartner auf eine Zweckgemeinschaft aus ist und der andere auf einen herzlichen, freien Begegnungsraum.

 

3. Gemeinsame Zielgruppe

Prüfen Sie, ob Sie wirklich die gleiche Zielgruppe haben. Manchmal wirkt sie oberflächlich gleich und ist doch in Nuancen sehr unterschiedlich. Je ähnlicher sich die Zielgruppen sind, desto leichter fällt die gemeinsame Positionierung.

 

4. Bedürfnisse, Ziele & Motivationen

Nehmen Sie sich viel Zeit, um über Ihre jeweiligen Bedürfnisse, Ziele und Motivationen zu sprechen. Sind Sie sich wirklich so ähnlich, wie Sie glauben? Ergänzen sich Ihre Unterschiedlichkeiten optimal und für Ihre gemeinsame Zielgruppe gewinnbringend?

 

5. Intensität

Wie eng soll die Kooperation sein? Welche Art von Kooperation wollen Sie starten? Wollen Sie nur punktuell und etwas oberflächlicher zusammenarbeiten? Oder wollen Sie ein gemeinsames Unternehmen in die Welt bringen? Für letzteres braucht es ein solides Vertrauensverhältnis und eine große Deckungsgleichheit der unternehmerischen Vision, der Ziele und Motivationen.

 

6. Geschäftliche Grenzen

Aus Kooperationen ergeben sich auch Freundschaften. Und Freunden schenkt man gern etwas. Das ist wundervoll. Allerdings sollte auf beiden Seiten achstam geprüft werden, wie viele Geschenke einander gemacht werden, ob sie in einer stimmigen Balance stehen und welche Leistungen zu welchen Preisen in Rechnung gestellt werden.

 

7. Mangelbewusstsein

Manchmal werden Kooperationen aus einem Mangelbewusstsein heraus geschlossen. Man geht eine Zweckgemeinschaft ein, um sich die Kosten für Websiteerstellung, Anzeigenschaltung, Marketingaktivitäten & Co. zu teilen. Das kann eine sehr kluge Entscheidung sein. Birgt allerdings auch die Gefahr, dass Ungleichgewichte entstehen, faule Kompromisse gemacht werden oder dass ein Kooperationspartner den anderen übervorteilt. Mangelbewusstsein macht eng und verleitet zu Kopfentscheidungen, die einen von Herzensweg und Seelenplan abbringen können.

 

8. Wahrnehmung

Sprechen Sie sehr offen über Ihre Wahrnehmung. Übergehen Sie sich niemals selbst. Viele HSP haben lange Zeit in ihrem Leben das Gefühl gehabt, sie seien „verkehrt", stünden „außen vor" und seien nicht Teil der Gesellschaft. Dementsprechend groß kann die Sehnsucht sein, endlich mit Gleichgesinnten zusammenzuarbeiten. Sein Sie achtsam, dass diese Sehnsucht Sie nicht zu faulen Kompromissen verleitet.

 

9. Mut zur Wandlung oder Trennung

Halten Sie nie an Kooperationen fest, die Ihnen nicht guttun. Wenn der Weg der Kooperation schwerer und schwerer wird und Ihnen Energie nimmt statt schenkt, dann halten Sie inne und prüfen Sie, ob Sie noch auf dem richtigen Weg sind. Haben Sie den Mut, Kooperationen bei unüberbrückbaren Unstimmigkeiten wieder zu lösen. Oder wandeln Sie unstimmige Kooperationen. Vielleicht wünschen Sie sich mehr Verbindlichkeit oder eine freiere und offenere Gestaltung? Finden Sie gemeinsam mit Ihren Partnern neue stimmige Lösungen.

 

10. Tempo

Gehen Sie immer in Ihrem individuellen Tempo voran. Es wird Sie schnell aus der Balance bringen, wenn Sie Ihr eigenes Tempo nicht achten. Hochsensible brauchen manchmal einfach Zeit, um die gemeinsamen Erlebnisse zu reflektieren und zu verarbeiten. Das geht nicht immer zack zack. Bleiben Sie sich treu, sonst brennen Sie aus oder machen faule Kompromisse, die Sie hinterher teuer zu stehen kommen.

 

11. Menschliches

Kooperationen sind wie Partnerschaften. In ihnen menschelt es. Alte Beziehungsmuster können hier wirken. Seien Sie wachsam, welche Muster sie antreiben und ob diese der Kooperation gut tun.

 

12. Bleiben Sie ganz bei Sich

Verlieren Sie sich nicht in den Bedürfnissen Ihrer KooperationspartnerInnen.

 

Haben Sie das Bedürfnis, sich mit anderen spürigen Menschen auszutauschen? Dann kommen Sie doch zu einer meiner Veranstaltungen. Die nächsten Termine finden Sie hier.

 

Wie immer: Viel Freude & Leichtigkeit beim Lesen und bei der Umsetzung!

 

Herzliche Grüße,
Ihre Inga Dalhoff

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